Queer New York

Jen Rosenblit, Miguel Gutierrez und Trajal Harrell arbeiten regelmäßig in Europa. Doch ihre Herzen hängen an New York. Über Mythos und Wirklichkeit des Big Apple, die Vorzüge der Alten Welt und Quere Performances sprechen sie mit Wenzel Bilger

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Die Tanzszenen der USA und Europas sind in stetigem Austausch miteinander – vor allem, was das Ballett betrifft. Auch eine Handvoll zeitgenössischer Choreografen pendelt inzwischen von New York aus regelmäßig über den Ozean. Zu ihnen zählt Trajal Harrell, dessen Voguing-Spektakel auf allen Festivals zwischen Hamburg und Wien herumgereicht werden. Miguel Gutierrez hat sich mit extrem physischen und hochpolitischen Events, gerne auch in Form von 24-Stunden-Marathons, einen Namen gemacht.

Jen Rosenblit ist noch relativ neu im Transatlantik-Geschäft, wird aber in der Off-Szene New Yorks hoch gehandelt und zeigt demnächst in Berlin ihre erste deutsche Uraufführung, ein Gemeinschaftswerk mit Simone Aughterlony. Wenzel Bilger leitet die Programmarbeit am Goethe-Institut in New York.

Wir haben nur ein Zeitfenster von wenigen Stunden finden können, wo ihr alle gleichzeitig in New York seid. Das sagt schon einiges. Zuhause, wo ist das eigentlich für euch?

Miguel Gutierrez: Die Frage hat mich lange umgetrieben. Soll ich nach Europa gehen? Soll ich nach Kalifornien zurückziehen? Aber Brooklyn ist meine Adresse, hier bin ich zu Hause und empfinde mich nicht primär als Performer, sondern ...

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Tanz Oktober 2016
Rubrik: Menschen, Seite 18
von Wenzel Bilger

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