Lichtgestalten
Anfang der 1980er-Jahre kommt es zur Zusammenarbeit zwischen VA Wölfl und dem experimentellen Filmemacher Werner Nekes. In Nekes’ Kultfilm «Uliisses» spielt Wölfl den heimkehrenden Odysseus/ Bloom. In der Schlussszene schießt er mit der Kamera auf die Freier Penelopes, bannt sie im Bild und löscht sie im chemischen Prozess des Fotolabors aus. «Uliisses» gilt als Schwellenfilm, in dem mit anlogen Mitteln die digitale Produktion von Bildern vorweggenommen wird.
Die künstlerische Arbeit von VA Wölfl und der von ihm gegründeten Gruppe Neuer Tanz entsteht in einem Zeitraum von über 50 Jahren genau an dieser Schwelle der existenziellen Veränderung dessen, was ein Bild ist. Seine Mittel sind die Fotografie, die Performance, vor allem aber eine einzigartige Raum-Kunst, die er mit den Mitteln des Tanztheaters, des Lichts und der Bühne bis 1995 zunächst gemeinsam mit Wanda Golonka und seitdem bis 2024 alleine mit dem Ensemble von Neuer Tanz entwickelt hat. VA Wölfl nannte die Produktionen auch «Chor(e)ographien», also im wörtlichen Sinne Raumzeichnungen, die als inszenierte Bildräume mit Tänzerinnen und Tänzern einen radikal neuen Begriff von Bühnenkunst etablierten.
Entstanden ist dabei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2026
Rubrik: Abschiede, Seite 60
von
Jeremy Nedd
Leise, feinfühlig, zurückhaltend – auf der Bühne aber kann dieser Tänzerchoreograf, der sich binnen weniger Jahre einen Namen gemacht hat, voll aufdrehen. Vor allem im Schulterschluss mit seinen Performer*innen. Ein Porträt
Roxane Stojanow
Ende 2024 war es so weit: Nach einer triumphalen «Paquita» kam die Ernennung zur Danseuse étoile der Pariser Oper....
Es ist eine ganz und gar unwahrscheinliche Geschichte. In Berlin wurde, mitten im Trubel von immer weiter aufklaffenden Finanzlücken und dramatischen Streichungen, eine neue Kulturinstitution gegründet. Eine Einrichtung für den Tanz, wie es sie in Europa bislang überhaupt noch nicht gibt. Ein Tanzhaus für Kinder und Jugendliche – das Junge Tanzhaus Berlin in der...
Timo Herbst kennt sich aus mit Bewegung. Seine interdisziplinären Arbeiten, die von Zeichnungen und Multimedia-Installationen über Objekte aus dem 3D-Drucker bis hin zu Lecture Performances reichen, wechseln zwischen Alltäglichem und Politischem. Choreografien von Menschen und Autos auf der Straße, von dirigierenden Händen, tanzenden Körpern oder Spuren des...
