Licht und Schatten
Chelsea, 1926: In einem kleinen Studio in Roland Gardens gründet Ninette de Valois die Academy of Choreographic Art. Nachdem sie zwei Jahre lang in Serge Diaghilevs Ballets Russes getanzt und dessen Führungsstil genauestens beobachtet hat, ist sie entschlossen, ihre Vision von einer nationalen Ballettschule und Compagnie in England zu verwirklichen. Mit phänomenalem Erfolg: Was in Frankreich, Dänemark und Russland Jahrhunderte zum Heranreifen gebraucht hat, gelingt ihr in nur dreißig Jahren.
1956 erhält die Royal Ballet School nicht nur ihren heutigen Namen, sondern auch die Royal Charter und den damit verbundenen besonderen Status als vom Königshaus anerkannte Körperschaft.
Zunächst jedoch wird die Schule 1931 dem Sadler’s Wells Theatre angeschlossen. In der White Lodge auf dem Gelände des Richmond Park, einem ehemaligen Jagdhaus von König George II, eröffnet 1955 die Lower School (für Schüler*innen im Alter von elf bis 16 Jahren). Die Upper School (für die Altersstufe von 16 bis 19 Jahren) bezieht bereits 1947 ihr Domizil in Baron’s Court, wo sie bis zu ihrem Umzug 2003 in die topmodernen Räumlichkeiten neben dem Royal Opera House residiert. Auch nach Abgabe ihrer ...
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Tanz Mai 2026
Rubrik: Praxis, Seite 70
von Mike Dixon
Das männliche Prinzip steckt in der Krise, auch im Tanz. Das George Balanchine zugeschriebene Motto «Ballet is Woman» war immer schon eine gendernormative Verkürzung. In Zeiten von durchlässig gewordenen Geschlechtergrenzen ist es grundfalsch. Wenn sich aber Männlichkeit neu finden will, dann muss man erst einmal definieren: Was will, was kann ein Mann sein?
Die...
Bernadette Sonnenbichler, Sie werden 2026/27 die erste Intendantin in der bewegten Geschichte des Heidelberger Theaters. Eine Herausforderung? Eine Belastung?
Ich begegne diesem Haus mit großer Wertschätzung – es hat sich in den letzten Jahren stark profiliert, künstlerisch wie in der Stadtgesellschaft. Ob ich nun die erste Frau in dieser Position bin, ist für...
Utrecht
SPRING PERFORMING ARTS FESTIVAL
Der Titel des Festivals verweist einerseits natürlich auf den Frühling (dessen Frische im Mai freilich schon langsam in die Hitze des Sommers übergeht), andererseits aber auch in seiner erwartungsfrohen Haltung auf die Zukunft: Die zehn Tage «Spring» im niederländischen Utrecht wollen konsequent die Avantgarde abbilden....
