Ladies

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Der schöne Schein des klassischen Balletts wertete weibliche Jugend traditionell höher als fast alles andere: Jenseits der 40 war in der Regel sowieso Schluss mit topathletisch faltenfreier Performance. Ausnahmen wie Margot Fonteyn oder Marcia Haydée, die zwei Dekaden länger durchhielten, bestätigten die Regel. Die Pariser Oper schickt Stars wie Sternchen (m/w/d) immer noch mit 42 Jahren in Tanz-Pension, und obwohl der Abschied vielen schwerfällt, verspüren nicht wenige auch Erleichterung.

Der körperliche Verschleiß, ob schleichend oder überfallartig, kennt kein Entrinnen – und Partien, die sich für den mittleren Lebensabschnitt eignen, existieren faktisch nicht. Weshalb inzwischen hier und da gegründete und durchaus gefeierte «Seniorenensembles» (sprich: 40+) gänzlich neues Repertoire anlegen müssen. Ob Alessandra Ferri, der zuletzt Wayne McGregor und John Neumeier aparte Hauptrollen auf den Leib schneiderten, nach Übernahme des Chefpostens am Wiener Staatsballett ihre gut sechs Jahrzehnte zählende Physis noch einmal mit einer Kreation konfrontieren wird, bleibt abzuwarten.

Dennoch tut sich was, etwa in Berlin. Beim «Tanzolymp» (tanz 4/26) sorgte Münchens Ex-Spitzensolistin Lucia ...

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Tanz Mai 2026
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Dorion Weickmann

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