La magnifica
Niemand stellt sich eine Buddhistin so vor. Eine Tänzerin auch nicht. Silvia Gribaudi wird also gern attestiert, eine Revolutionärin zu sein. Eine des Körpers. Doch wäre sie wirklich eine Aktivistin, dann eher als Sozialarbeiterin. Immer wieder engagiert sie sich in breitenwirksamen Projekten. Ihre neckischen Stücke für den öffentlichen Raum erinnern wiederum an die Commedia dell’Arte, sie selbst wirkt darin wie ein weiblicher Arlecchino ohne Maske.
Aber auch auf der Bühne bezieht sie das Publikum mit ein, lässt es eine aktive Rolle spielen, ohne irgendjemanden auf die Bretter zu zerren oder sonst wie zu brüskieren. Gemeinsam Spaß haben, das ist das Motto. Und da geht nun mal alles, außer sich ernst zu nehmen.
Gribaudi selbst lebt es vor, ihre Tänzer*innen tun es ihr gleich – und das Publikum wirkt wie befreit. Man muss nur über sich selbst lachen können. Ganz wichtig auch: Ein rundlicher Körper ist einfach lustiger als ein durchtrainierter. Gribaudis Körper ist einer, der täglich die Erfahrung macht, dass schon beim Gehen und erst recht beim Tanzen die Fettpolster sich jeder Kontrolle entziehen und ein Eigenleben entwickeln, wenn nicht gar ihren eigenen Tanz. Allein die ...
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Tanz November 2021
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Thomas Hahn
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