Demis Volpi «Geschlossene Spiele»

Düsseldorf

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Schon das kränkelnde Kind verliert sich in Büchern. Als der Vater, Handlungsattaché der argentinischen Botschaft in Brüssel, die Familie verlässt, flüchtet der Junge sich endgültig in die Fantasie-Szenarien von Jules Verne und Edgar Allan Poe. Julio Cortázar (1914 – 1984) sollte zum führenden Vertreter des magischen Realismus werden. Chefchoreograf und Direktor Demis Volpi kreierte auf der Grundlage von Cortázars Theaterstück «Nada a Pehuajó» «Geschlossene Spiele» für das Ballett am Rhein. Und lieferte so ein von manchem lang ersehntes Handlungsballett.

Dass sich der 36-jährige Argentinier auf seine kulturellen Wurzeln besinnen würde und eine surrealistische Gesellschaftsparabel zum Handlungsballett erklärt, noch dazu übersetzt in eine Slapstick-Collage, überrascht allerdings. «Es ist ein Handlungsballett ohne Handlung», räumt Volpi schmunzelnd ein. Willkommen in der Welt der Absurditäten. Das Setting: ein argentinisches Lokal mit Postschalter, Klavier und altem Radio. Der Mann in Weiß (Orazio Di Bella) bewegt sich akrobatischskurril zwischen Stuhl und Tisch. Dann spielt er Schach mit dem Tischgeschirr. Volpi überzeichnet den Auftritt jeder einzelnen Person zum Ereignis, wobei er ...

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Tanz November 2021
Rubrik: Kalender, Seite 32
von Bettina Trouwborst

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