Kunstmacher

Erst Tanzmagie, dann Bilderzauber – der Däne Johan Holten leitet die Mannheimer Kunsthalle. Im ersten Profi-Leben war er Tänzer des Hamburg Ballett. Von beiden Sphären erzählt hat er Antje Landmann

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Er hasst Fußnoten, diese winzigen Anmerkungen, mit denen sich wissenschaftliche Texte aufplustern und die doch nur allzu Bekanntes wiedergeben. Wiederholen will sich Johan Holten nicht, lieber produziert er neues Wissen. Der Mann mit dem federnden Schritt, der immer auf dem Sprung zu sein scheint, senkt die Stimme. Es klingt, als würde er erzählend eine Fußnote zu seiner Biografie setzen: «Ich bin viel zu ungeduldig, um mich jahrelang in ein Thema zu vergraben, deshalb habe ich nicht promoviert. Stattdessen habe ich lieber Ausstellungen organisiert.

» Dass der 44-Jährige keinen Titel als Doktor der Kunstgeschichte und kein Volontariat vorweisen konnte, fiel gar nicht so richtig auf, als er zum Direktor eines der bedeutenden Museen hierzulande, der Mannheimer Kunsthalle, gekürt wurde. Viel zu groß war das Interesse bei seinem Antritt im Herbst 2019 daran, dass er aus einer angesehenen Ökonomen-Familie in Kopenhagen stammt – seine Mutter war Präsidentin der dänischen Nationalbank. Sein Bruder verliebte sich schon als Junge in die Oper und war künstlerischer Leiter des Royal Opera House Covent Garden in London.

Für noch mehr Aufsehen sorgte, dass Johan Holten einst als Tänzer im ...

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Tanz August/September 2020
Rubrik: Menschen, Seite 14
von Antje Landmann

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