Digital gleich trivial?
Etwa 50 Menschen, die meisten zwischen 20 und 30 Jahre alt, bewegen sich vorsichtig tastend über den Boden. Sie drehen sich langsam um die eigene Achse, rollen über die Hüfte. Konzentriert spüren sie ihren Körpern und deren Verbindung zum Raum nach. Die Tänzerin und Choreografin Monica Gillette leitet dieses Warm-up an. Es bildet den Auftakt für ein Symposium bei der «Biennale Tanzausbildung 2020».
Die Ausrichter – Ballettschule des Hamburg Ballett, Bundesjugendballett, K3 | Tanzplan Hamburg und Kampnagel – versammeln eine Woche lang knapp 140 Studierende aus Deutschland und der ganzen Welt auf Kampnagel – unmittelbar vor dem Corona-Lockdown.
Was die Gäste erwartet, ist ein Symposium im Sinn seiner ursprünglich antik-griechischen Definition, eine Art «geselliger Zusammenkunft». Thema ist: die Digitalisierung. Mithin das, was – noch ungeahnt – wenig später mit der Corona-Krise brandaktuell werden wird. Interessante Fragen tauchen auf: Wie gehen Tanzschaffende mit der digitalen Technologie um? Welchen Einfluss hat sie auf ihre Arbeit? Wo kann virtuelle Vernetzung hilfreich und inspirierend sein? Und wo kann sie was verhindern? Welche role models entstehen durch Plattformen wie ...
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Tanz August/September 2020
Rubrik: Praxis, Seite 54
von Katrin Ullmann
Les ballets suédois
Vor genau hundert Jahren gründeten der schwedische Mäzen Rolf de Maré und der Tänzer-Choreograf Jean Börlin die Ballets Suédois – als Konkurrenz-Ensemble der Ballets russes. Obwohl nur fünf Jahre existent, hinterließ die Truppe tiefe Spuren: Die Groupe Les Six komponierte für sie, Schriftsteller wie Claudel oder Cocteau standen Schlange, genauso...
Wenn ich an meine eigene Ausbildung denke, dann waren es in erster Linie die Lehrenden, die mich geprägt haben – also die jeweilige persönliche Bindung, aufgebaut durch das Vertrauen, das man ihnen gegenüber hatte. Auf struktureller Ebene bestimmt natürlich das Curriculum der jeweiligen Bildungsstätte die Form. Aber wirkliche Vermittlung kann meiner Erfahrung nach...
Serge Lifar
Sommerfrische am Lido di Venezia samt Logis im Grand Hôtel des Bains – ein Ritual, dem Serge Diaghilew regelmäßig huldigte, um sich vom strapaziösen Dasein als Impresario der Ballets russes zu erholen. In seinem Schlepptau kamen hübsche junge Tänzer nach Venedig, so George Balanchine und Serge Lifar, die sich 1925 am Strand ablichten ließen. Vom wem,...
