Korea
«Global Hallyu» lautet das Halleluja des südkoreanischen Kulturexports. Im Land von Kimchi und K-Pop braucht man einfach nur das Signature-K vor was auch immer zu hängen, und schon wird man weltweit von jugendlichen Menschenmengen überrannt: K-Drama, K-Food, K-Actors, K-Books, K-Fashion, K-Beauty … Und nun kommt auch noch K-Defense, entweder als Martial Arts (wie Taekwondo) oder in der Rüstungsindustrie, wo Korea gerade den europäischen Markt stürzen will – Polen ist bereits groß auf wehrhafter Einkaufstour im Land der Morgenstille.
Das alles kann nur heißen, dass eine globale Marketing-Strategie am Werk ist, die die Kernmarke direkt aus der Quelle heraus aufbaut, im Scheinwerferlicht wie mit diskreter Diplomatie. Das Arts Council Korea (ARKO) richtete Ende Mai den zehnten «World Summit on Arts and Culture» aus und wählte als Ort das ARKO Arts Theatre, in dem mitunter auch zeitgenössische Tanzfestivals stattfinden, direkt neben dem Ausgehviertel Daehangno mit seinen Bars, Restaurants und kleinen Bühnen, einer Talentschmiede der lokalen Szene. Die Ortswahl solle unterstreichen, dass die südkoreanische Kulturszene viel mehr als K-Pop, Filme, Serien oder Literaturstar Han Kang sei, ...
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Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: Parkett international, Seite 168
von Thomas Hahn
Die Stimmung ist gut. Man hockt im großen Probensaal des Bayerischen Staatsballetts auf dem Boden – und der vibriert ordentlich. Innerlich zählt man mit, während Azusa Seyama-Prioville & Kollegen vom Tanztheater Wuppertal mit den Münchner Tänzerinnen und Tänzern Pina Bauschs 50 Jahre alte und immer noch atemberaubende Version von Strawinskys «Le Sacre du printemps»...
In dem Moment der Stille, bevor die Musik einsetzt, während das Publikum mit Spannung erwartet, was auf der Bühne zu erleben sein wird, stehen die Tänzerinnen und Tänzer hinter den Kulissen bereit – fokussiert und im Streben nach dem Flow, jenem schwer fassbaren Zustand, in dem Handeln und Bewusstsein verschmelzen, sich die Zeit auflöst und künstlerischer Ausdruck...
Seit seiner Flucht aus der Sowjetunion im Jahr 1974 hat Mikhail Baryshnikov bei den namhaftesten amerikanischen Choreografinnen und Choreografen getanzt, das American Ballet Theatre geleitet, seine eigene Compagnie (das White Oak Dance Project) gegründet und diverse Rollen in Film und Fernsehen gespielt. Sein ganzer Stolz ist das interdisziplinäre Kunstzentrum in...
