Komikerin

Chloé Maginot wurde als Tänzerin zur Unternehmerin und Botschafterin des Tanzes.

Tanz - Logo

Genau, sagt Chloé Maginot: «Patrick Dupond ist ein gutes Beispiel.» Der ehemalige étoile des Balletts der Pariser Opéra stand nach Karriere, Motorradunfall und langwieriger Genesung in einem Musical auf der Bühne. So lange wollte Maginot nicht warten. Nicht, bis sie mit 45 eine Hüftprothese tragen ­wür­de, wegen der Développés. Nicht bis der Konkurrenzkampf zwischen jüngeren und älteren Tänzerinnen sie zermürbt hätte. Heute lacht sie darüber, und ihr Publikum lacht mit.


 
Es strömt zu Chloé Maginots one princess show mit dem offiziellen Titel «La danse pète son câble». Zu Deutsch in etwa: «Der Tanz knallt durch». In weiten Teilen hört sich das an wie eine Comedy-Version von «Black Swan». Das kleine Energiebündel plaudert aus dem Nähkästchen, von geheuchelter Freundschaft unter karrierebesessenen Rivalinnen. Die streu­en ihren verhassten Konkurrentinnen heim­lich Glassplitter in die Spitzenschuhe. Und haben eine heimliche Freude an einer ­Verletzung der hierarchisch höher eingestuften Ballerina. Es geht von bloßem Hass bis zu Stichen mit der Schere. «Alles Aasgeierinnen!» Womit klar ist, weshalb Chloé Maginot sich heute wohler fühlt. Als Ballettkomikerin sei sie ihre «eigene ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Künstler sein, Seite 46
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
omar rajeh

Wer sind diese Leute, die in der riesigen arabischsprachigen Region das Fähnlein des zeitgenössischen Tanzes hissen? Es sind nicht viele, aber es werden mehr. So begeisterten sich etliche von ihnen 2009 für die Idee eines Verbands, der ihre Belange vertreten, sie alle sichtbarer und auffindbar machen, Informationsaustausch und Dokumentation fördern und dann auch...

sharon eyal

Die 1971 geborene Israelin Sharon Eyal hebt sich Stück um Stück von Mainstream und Mittelmaß ab: durch eine künstlerische Überlegtheit und Konsequenz vor allem, die man je nach Sichtweise auch erbarmungslos nennen könnte. Ihre Themen – Liebe, Beziehungskisten im weitesten Sinne – sind wirklich nicht originell, aber wo man sonst oft ein 08/15-Bewegungsrepertoire...

antonia baehr

Sie hat ebenso viel Witz wie Verstand. In ihren Choreografien, die wie Studien daherkommen, forscht sie nach dem Bewegungsimpuls. Dabei entkleidet sie den Anlass von der Ursache, Partituren dienen ihr zur Sys­tematisierung, aber auch als Reibungsflächen, die einen Widerstand zwischen Performern und ihrem Material spürbar machen. Diese Bewegungspartituren sind nicht...