Tanzjournalist

Kritik ist, wenn sich der Leser wiedererkennt. Rezension ist, wenn der Choreograf in Tränen ausbricht. Wie wär’s mal mit aufrichtigem Tanzjournalismus?

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Storys

«Die Einheitschoreografin. Warum Sasha Waltz ein Denkmal braucht?» – «Waren die Großeltern dümmer als ihre Enkel heute? Der Kindertanz auf dem Prüfstand» – «Da steppt der Eisbär: Am Polarkreis improvisieren Russen, Finnen, Norweger und Kanadier gemeinsam». Jede dieser Storys könnte in der «Zeit» stehen, als Reportage in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» oder als eine Filmdokumentation auf arte laufen.

All diese Geschichten versprechen, etwas zu erzählen: über den Tanz und damit über eine Kunstform, die in Wahrheit in den Zeitungen immer seltener auftaucht. Sagen die Kritiker, denn es werden immer seltener Rezensionen gedruckt.

Rezensenten

Nun unterscheidet sich eine Rezension erheblich von einer Kritik und diese von einer Reportage. So jedenfalls steht es im «Handbuch des Journalismus». Wir stellten diese Frage aber lieber der Pressestelle einer hiesigen Ballettkompanie. Ihre Antwort: «Eine Rezension soll möglichst objektiv von unserer Premiere berichten. Eine Kritik ist ja wohl ein Verriss. In dem Fall behalten wir uns vor, die betreffende Person nicht mehr einzuladen. Ein Reporter ist bei uns jederzeit herzlich willkommen, um einen Blick hinter die Kulissen zu ...

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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Vermittler, Seite 62
von Arnd Wesemann

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