Kollektivdenkerin
Nederlands Dans Theater, kurz NDT, ist seit seiner Gründung 1959 der wichtigste Fortschrittstrigger des niederländischen Tanzes. Es hatte stets namhafte Leiter*innen, etwa Jiří Kylián oder Paul Lightfoot – worauf liegt Ihr Fokus?
Im Laufe der letzten sechs Jahre habe ich mir als Künstlerische Leiterin von NDT Gedanken gemacht, was diese Compagnie ausmacht, und wie sie sich entwickeln und dabei ihren Ursprüngen treu bleiben kann. Das NDT ist seit jeher von Innovationsgeist, Risikobereitschaft und choreografischer Neugier durchdrungen gewesen.
Meine Rolle besteht darin, dies als eine lebendige Kraft fortzuführen, die durch jede nachrückende Generation von Künstler*innen beständig neu belebt wird. Unser Fokus hat sich auf Forschung, Entwicklung und Experimentieren verlagert, um Raum für ein neues Denken im Tanz zu schaffen. Das bedeutet, die Compagnie nicht als bloße Repertoire-Struktur, sondern als kreatives Ökosystem zu begreifen, in dem Ideen kollektiv entwickelt werden, Urheberschaft geteilt wird und künstlerische Identität fluide bleibt.
An welchen Stellschrauben haben Sie gedreht?
Eine Leitfrage lautet, wie eine Compagnie mit einer Geschichte, die 65 Jahre zurückreicht, es ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2026
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Hartmut Regitz
Paris
SOMMER IN DER STADT
Princess Madoki ist gerade mega gut im Geschäft. Kein Wunder, dass die ungekrönte Hoheit der Waacking-Szene in Paris aufkreuzt, standesgemäß im Grand Palais, wo unter ihrer Regentschaft das «All World Waacking Battle» stattfindet: mehr als hundert Kandidat*innen, die ihre Tanzkünste unter dem Glasdach des Prunkbaus messen. In einer...
Aufhören? Daran denkt die 1951 in Kalifornien geborene Punk-Ikone der multidisziplinären Kunst und Improvisation nicht im Traum. Katie Duck stellt den Status quo nach wie vor infrage – mit unermüdlicher Schaffenslust. Ihre Amsterdamer Wohnung verfügt über ein Dachgeschoss-Atelier mit wunderschönem Holzfußboden. Der Raum ist zu ihrem Refugium geworden, in dem...
Alles begann mit dem Bedürfnis nach persönlichem Ausdruck in Form eines latenten Datensatzes: eines Avatars. Einem Ort für das, was im Analogen keinen Platz findet oder identitätspolitisch finden darf. Während der Pandemie speist Choreograf*in Brig Huezo ein virtuelles Alter Ego mit TikTok-Dances und digitalen Bewegungsfragmenten: «In the beginning it was just me...
