Koffer packen
Entgegen allen Hoffnungen, die Kunstwelt – insbesondere das klassische Ballett – möge von den jüngsten weltpolitischen Ereignissen unberührt bleiben, hat sich die russische Ballettwelt in den ersten Märzwochen dieses Jahres im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts drastisch verändert.
Die beiden größten und prestigeträchtigsten Ballettkompanien des Landes, das Mariinsky-Ballett in Sankt Petersburg und das Moskauer Bolschoi-Ballett (von denen Ersteres besonders tief in der zaristischen Tradition verwurzelt ist), beschäftigen längst zahlreiche internationale Tänzerinnen und Tänzer. Noch vor 15 Jahren wäre ein solcher Nationalitätenmix in Russlands Vorzeigekompanien undenkbar gewesen. Seit rund einer Dekade indes belegt der Zuwachs an ausländischen Mitgliedern die beständige Praxis der Globalisierung und Inklusion innerhalb der russischen Ensembles.
Zwar engagierte das Bolschoi-Ballett bereits in den 1980er-Jahren mit Michael Shannon erstmals einen US-amerikanischen Tänzer, und auch das Mariinsky-Ballett beschäftigte schon vor 20 Jahren einige Tänzerinnen und Tänzer aus dem europäischen Ausland (unter ihnen der italienisch-griechisch-stämmige Fethon Miozzi, der seine aktive ...
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Tanz April 2022
Rubrik: Ukraine-Krieg, Seite 13
von Catherine Pawlick
Es ist ein gutes Jahr her, dass Sie am Moskauer Bolschoi-Theater das Ballett «Orlando» erarbeitet haben. Aus dieser Zeit werden sich Kontakte erhalten haben. Wie erleben Sie die derzeitige Situation im Widerhall der Ihnen bekannten Tänzer und Tänzerinnen?
Ich persönlich bin vor allem mit jenen west- oder nichteuropäischen Tänzern und Tänzerinnen im engen Kontakt,...
Ralf Dörnen, Sie sind seit 1997 Ballettdirektor am Theater Vorpommern, im August letzten Jahres übernahmen Sie auch dessen Intendanz. Was hat sich für Sie dadurch verändert?
Vieles ist für mich neu. Vor allem muss ich lernen, wie man mit Behörden umgeht, mit Politikern: Das ist schon eine andere Dimension meiner Arbeit. Da muss man manchmal sehr viel Geduld...
K-Pop, koreanische Popmusik, ist ein Phänomen. Sucht man bei You-Tube nach Bands wie BTS, Blackpink, Monsta X oder NCT Dream, ist man überrascht von den Klickzahlen: Kaum ein Musikvideo hat unter 100 Millionen Aufrufe, und trotz der geringeren Popularität in Europa und den USA machen die südkoreanischen Gruppen westlichen Stars wie Ed Sheeran, Adele und Justin...
