koblenz: steffen fuchs «an stelle von heimat»
Von A wie Heinz Alt bis Z wie Vilém Zrzavy listet das Programmheft 54 Komponisten auf, die von den Nationalsozialisten oder deren Verbündeten ermordet wurden, und es sind längst nicht alle. Wesentlich umfangreicher ist jedoch das Verzeichnis jener «entarteten» Kollegen, die von den Nazis verfolgt, inhaftiert oder ins Exil, bzw.
in die innere Emigration gezwungen wurden – unter den 218 genannten auch jene drei, die Steffen Fuchs im Rahmen der 225-Jahr-Feierlichkeiten im Theater Koblenz mit bekannten und weniger bekannten Werken vorstellt: Erich Wolfgang Korngold, Erich Waxman und Kurt Weill.
Ein Gedicht von Nelly Sachs zitierend, nennt der ehemalige Solist von Uwe Scholz seinen Ballettabend «An Stelle von Heimat» und meint damit nicht allein den Verlust einer vertrauten Umgebung. Dem Titel entsprechend gibt es vor allem im eröffnenden Ballet chanté «Die sieben Todsünden» auch eine inhaltliche Vorgabe, als sich Anna 2 (in der B-Premiere statt Martina Angioloni das spanische Ensemblemitglied Yolanda Bretones-Borra) Schritt um Schritt ihrer Kunst entfremdet. Je mehr sie sich dem Willen ihrer Schwester beugt, desto weniger scheint sie sie selbst. Was von ihr bleibt, ist ein ...
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Tanz Dezember 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Hartmut Regitz
«Gute Nacht, gute Nacht, / scheiß ins Bett dass‘ kracht; / gute Nacht, / schlaf fei’ g’sund und / reck’ den Arsch zum Mund». Wolfgang Amadeus Mozart hat dieses Gedicht aus einem seiner Bäsle-Briefe zu einem herzallerliebsten Kanon auskomponiert, so eingängig wie ein Abzählreim. Choreograf Kevin O’Day teilt die kindliche Freude des Komponisten an...
Sie begeht nicht einmal ein Jubiläum und steht dennoch mehr denn je im Mittelpunkt beim diesjährigen «Festival d’Automne» in Paris. Denn jeder hier spürt: Maguy Marins Arbeit steht vor einem radikalen Einschnitt. Ein Vierteljahrhundert lang leitete die 61-Jährige nacheinander zwei renommierte Centres chorégraphiques nationaux (CCN), nun steht sie ohne feste...
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