augsburg: kevin o‘day «divertimento4amadeus»

Wieder am 13. Januar: Kevin O'Days Mozart-Ballett

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«Gute Nacht, gute Nacht, / scheiß ins Bett dass‘ kracht; / gute Nacht, / schlaf fei’ g’sund und / reck’ den Arsch zum Mund». Wolfgang Amadeus Mozart hat dieses Gedicht aus einem seiner Bäsle-Briefe zu einem herzallerliebsten Kanon auskomponiert, so eingängig wie ein Abzählreim. Choreograf Kevin O’Day teilt die kindliche Freude des Komponisten an Pipi-Kacka-Witzchen, weshalb die ersten Zeilen wiederholt aus dem Lautsprecher tönen. Mozarts Derbheiten kamen bei Jiří Kyliáns lustigen «Sechs Tänzen» zwar auch schon prominent zum Zug, aber die Abgründe eben gleichfalls.

Bei Kevin O‘Day tollt Theophilus Veselý zu den Versen über die Bühne.

Er gibt augenscheinlich Mozart als Knaben, eine von drei Personifizierungen. So genau weiß man das nicht. Denn O’Day weist seinen Tänzern keine namentlichen Rollen zu. Nur dass der hochgewachsene Nathan Griswold die wechselnden Stimmungen und damit die in sich gebrochene Künstlerfigur verkörpert, ist von Anfang an klar. Er stellt schon mal eine nachdenkliche Miene bei den lyrischen Pas de deux, vermutlich mit seiner Constanze (Stayce Camparo), zur Schau. Aber wirklich expressive Momente oder Gefühlsausbrüche gibt es in diesem Mozart-Ballett nicht. Denn ...

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Tanz Dezember 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Eva-Elisabeth Fischer

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