Die Bilder tanzen
Ein Anlass, ein Lied anzustimmen, ist schnell gefunden. Woran die Geschwister Michèle Anne und Thierry De Mey dachten, als sie ihre Auftragsarbeit für das Folkwang Tanzstudio in Essen «13 Reasons (To ... Sing)» nannten – man weiß es nicht. Die Produktion selbst, man könnte darin mit viel gutem Willen eine Hommage an die Lebensfreude erkennen, ist jedenfalls (noch) kein Grund zum Jubilieren. Bei der Uraufführung in der Neuen Aula der Folkwang Hochschule schien sie, erarbeitet mit zehn Tänzern in den Studios von PACT Zollverein, noch arg «in progress».
An dem imposanten Ensemble lag es gewiss nicht.
Die Geschwister entwickelten ihr Bewegungsmaterial getrennt voneinander und fügten es erst spät zusammen. So wirkt «13 Reasons (To ... Sing)» wie ein choreografisches Patchwork – aus großartigen, mäßigen und verzichtbaren Elementen. Das erste Drittel des 90-minütigen Abends ist bereits das stärkste. Darin verweisen die De Meys auf ihre Herkunft und zelebrieren die alte Minimalisten-Methode der belgischen Postmoderne. Die Weggefährten Anne Teresa De Keersmaekers lassen das Folkwang-Ensemble, kostümiert in leuchtenden Farben und später in Blusen und BHs (Zitat «Fase»?), in zahllosen ...
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