Kindeswohl

Drei Jahre nach dem Missbrauchsskandal hat sich die Ballettakademie der Wiener Staatsoper neu aufgestellt. Bettina Trouwborst spricht mit dem Leitungsduo Martin Schläpfer und Christiana Stefanou

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Autoritäre Lehrmethoden, Bodyshaming und Missbrauch – die Ausbildung an den Tanzakademien befindet sich weltweit im Umbruch. Als Martin Schläpfer zur Spielzeit 2020/2021 als Direktor, Chefchoreograf und damit auch als künstlerischer Leiter der Akademie vom Ballett am Rhein zum Wiener Staatsballett wechselte, sah er sich von jetzt auf gleich mit einem Missbrauchsskandal konfrontiert.

Der Untersuchungsbericht einer staatlichen Sonderkommission brachte weitere schwere Vorwürfe zu Tage: Die Rede war von der Empfehlung, zu rauchen, um das Gewicht zu halten, und der Ansprache von Eleven mit ihrer Konfektionsgröße. Mit einer Expertenkommission entwickelte der Schweizer ein strategisches Gesamtkonzept und leitete den Prozess der Neuorientierung ein. Die Neuaufstellung der traditionsreichen Schule ist weitgehend abgeschlossen. Die Kosten für die Umstrukturierung bezifferte die Wiener Staatsoper 2020 mit 882000 Euro für die Infrastruktur und 862 000 Euro für das Personal. Aktualisierte Zahlen – das Budget musste im Zuge der Renovierung angepasst werden – sollen erst im Frühjahr 2025 präsentiert werden.

Martin Schläpfer, als Sie vor drei Jahren antraten, um den Reformstau an der Wiener ...

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Tanz März 2024
Rubrik: Praxis, Seite 60
von Bettina Trouwborst

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