Kiel: Yaroslav Ivanenko «Eugen Onegin»

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Viel muss Amilcar Moret Gonzalez’ Eugen Onegin nicht machen. Ein Glas leeren, eine Zigarre rauchen, einem Lakaien Hut und Mantel reichen. Tanzen? Ach was. Kurz wird er genötigt, ein paar Schritte zu vollführen, Sprünge, Drehungen, das macht er kalt lächelnd mit, und schon liegen ihm alle Herzen zu Füßen. Die Bühne gehört ihm, sobald er sie betritt.

Alexander Puschkins Versroman «Eugen Onegin» wurde schon mehrfach fürs Ballett adaptiert, wegweisend 1965 von John Cranko in Stuttgart.

Kiels Ballettchef Yaroslav Ivanenko ging zunächst ähnlich vor, indem er seinen musikalischen Leiter Daniel Carlberg ein Tschaikowsky-Potpourri zusammenstellen ließ, das die «Onegin»-Oper des Komponisten weiträumig umschifft. Allerdings trifft Carlberg eine andere Auswahl als Kurt-Heinz Stolze in Stuttgart, bewusst entscheidet er sich für sinfonische und kammermusikalische Werke ohne Tanz-Bezug. Und: Wo Crankos «Onegin» noch traditionell erzählendes Ballett war, ist Ivanenkos Choreografie abstrakter, wagt sie Schritte aus der Neoklassik ins Heute. Nicht zuletzt Eva Adlers Bühne setzt hier einen Kontrapunkt zu Jürgen Roses Stuttgarter Birkenwäldchen-Realismus, indem sie viel mit Farbflächen arbeitet, ...

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Tanz Dezember 2019
Rubrik: Kritik, Seite 38
von Falk Schreiber

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