Katharina Nikelski
Die letzten eineinhalb Jahre waren definitiv eine Achterbahnfahrt. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit Mitte März 2020, als wir mit Proben und Vorstellungen von «Schwanensee» voll beschäftigt waren und bereits in ganz Europa eine Bühne nach der anderen ihre Türen coronabedingt schließen musste.Wir waren definitiv eine der letzten Kompanien, die in den totalen Lockdown mussten, abgesehen von all den anderen Einschränkungen, einschließlich der Reisebeschränkungen in unsere Nachbarländer – was insbesondere auch mich traf.
Ich habe es glücklicherweise gerade noch rechtzeitig in einem der letzten Flüge nach Deutschland geschafft. Zu Anfang ging ich von zwei bis drei Wochen Pause aus, aus denen jedoch ganze drei Monate wurden. Für mich sehr viel kostbare Zeit, die ich im Kreis meiner Familie verbringen konnte, nachdem ich mein Elternhaus nach der Grundschule schon im elften Lebensjahr verlassen und seither in Internaten gelebt habe – an der Staatlichen Ballettschule Berlin, der Académie Princesse Grace, Monaco und der Royal Ballet School in London.
Ich wurde plötzlich aus meinem vollgepackten, strukturierten Alltag in eine Zeit voller Fragen und ungewisser Perspektiven versetzt. Die ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 60
von
Führen und folgen, das hat er schon als Junge geübt. Er lernte durch den Leistungssport, was Disziplin bedeutet. Und erfuhr am eigenen Leib, dass Stürze manchmal unvermeidlich und bisweilen äußerst schmerzhaft sein können. Der gebürtige Münchner Markus Blume, 46 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder, bewegt sich seit gut dreieinhalb Jahrzehnten auf sehr...
Einen Länderreport soll ich schreiben, bittet die Redaktion, wo ich doch in England lebe und viel in Spanien bin. Ich sage mehrfach nein und dann doch ja. Dabei zeichnet sich diese Spielzeit dadurch aus, dass ich in England praktisch nonstop, in Spanien aber nur ein einziges Mal war, nämlich letzten Dezember, in Barcelona. Andersherum wäre länderreportmäßig besser...
Am 19. Mai öffneten Frankreichs Theater ihre Tore. Allgemeines Aufatmen blieb aus, zu viele Probleme waren ungeklärt. Da ist vor allem der Streit um die Reform der Arbeitslosenversicherung, die den ohnehin gebeutelten Künstler*innen und Techniker*innen weitere Opfer abverlangen wird. Etwa ein Drittel muss sich wohl einen neuen Beruf suchen. Auch zwischen den...
