Karrieren im Theater
Das Gewohnte weiter bewohnen. Bühnenluft bis zur Rente einatmen. Wär’s das? Etwa als Ballettmeister, Kompaniemanager, Dramaturg oder Choreologe?
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Karrieren im Theater, Seite 14
von
Bis heute ist sie frei, muss jedes Jahr um ihren Etat kämpfen und deshalb ein dichtes Netz von Koproduktionen spinnen. Was bei ihr heißt: permanent über den eigenen Tellerrand zu blicken. Sie hat allein in dieser Spielzeit zwei zeitgenössische Opern als Tanzmusikstücke choreografiert und inszeniert: «Passion» ihres Komponistenfreundes Pascal Dusapin in Paris und...
Die Beziehung eines Theaters zur Öffentlichkeit ist nur selten sehr intim. Das Publikumsgespräch nach einer Vorstellung bildet mitunter das Maximum an Nähe zum Zuschauer, die ein Choreograf zulässt. Der Künstler zum Anfassen dient quasi als Bonus-Track dafür, dass bis zum Publikumsgespräch tatsächlich alles getan wurde, damit überhaupt ein Publikum da ist. Denn...
Wer in den vergangenen Jahrzehnten von zeitgenössischem Tanz sprach, dachte hoffentlich zuerst an Merce Cunningham. Seine Arbeit war essenziell, weil er es schaffte, ein genügend komplexes Körperbild herzustellen, dass den Selbstfindungsprozessen und dem Individualismus des 20. Jahrhunderts tatsächlich entsprach, nicht ohne selbst auch die Frage nach den Grenzen...
