Public Relations
Die Beziehung eines Theaters zur Öffentlichkeit ist nur selten sehr intim. Das Publikumsgespräch nach einer Vorstellung bildet mitunter das Maximum an Nähe zum Zuschauer, die ein Choreograf zulässt. Der Künstler zum Anfassen dient quasi als Bonus-Track dafür, dass bis zum Publikumsgespräch tatsächlich alles getan wurde, damit überhaupt ein Publikum da ist. Denn warum der Zuschauer kommt, ist bis heute ein Rätsel. Wie zahlreich er erscheint, scharen- oder tröpfchenweise, daran war früher das Wetter Schuld. Heute ist es die Schuld der Öffentlichkeitsarbeit.
Das Parkinson’sche Gesetz
Je mehr ein Theater oder eine Kompanie auf Publikum angewiesen ist, desto eher regiert das Parkinson’sche Gesetz. Das geht, aufs Theater übertragen, so: Der Anteil des Personals steigt in den Bereichen, die nichts mit Kunst zu tun haben, im Schnitt um sechs Prozent pro Jahr, egal, ob mehr oder nichts zu tun ist, während für die eigentliche Kernaufgabe des Theaters, die Kunst also, das Personal stagniert oder sinkt. Dagegen wird so lange nichts unternommen, wie man das Kerngeschäft eines Theaters nicht über die Kunst definiert. Geht es um Platzausnutzung, vermehren sich also entgegengesetzt proportional zu ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Vermittler, Seite 58
von Arnd Wesemann
Das Flüchtige nicht im Ungefähren
Auf seinem Schreibtisch im Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) steht ein hellgrünes Köfferchen: der «Choreografische Baukasten». An dessen Entstehung war Nik Haffner im Hintergrund mit beteiligt. Die kleine Kiste suggeriert, was künstlerische Bühnenarbeiter brauchen: Handwerkszeug (tools), Pflichten (tasks) und...
Gegen Ende des Stücks nähert sich der Cellist der barbusigen Tänzerin, bespielt nun ihren Körper, wie er es zuvor mit seinem Instrument getan hat: zärtlich, energisch, demutsvoll. Dieses Bild ist voll Erotik und sublimer tänzerischer Strenge. Anna Konjetzky hat es ersonnen und lässt mit ihm ihr Stück «Tagebuch – si un jour tu décides de partir» aus dem Jahr 2008...
Nuanciertes Weiß und pastellfarbene Schattierungen, harter Schattenschlag und filigrane Muster, Würfel aus Farbfiltern und eine Tür, die sich kurz öffnet und für einen Moment Geräusche, Stimmen, Farben, Lichter in den weißen, aseptischen Raum strömen lässt: Die visuelle Welt von Naoko Tanaka aus Tokio erscheint wunderbar luzide, voller Magie. Sie hat etwas...
