kaiserslautern: stefano giannetti «engelslieder»
Stefano Giannetti, einst mit seinem Bruder Mauricio der erste Tänzerzwilling bei John Neumeier in Hamburg, war Solist bei Heinz Spoerli, Uwe Scholz, Peter Schaufuss, zuletzt am Ballett der Deutschen Oper Berlin. Die Tanz-Gärtner von gestern haben ihn geprägt. Den Spruch «Der Same von gestern ist die Pflanze von morgen» hat er sich selbst an die Wand gepinnt, in Kaiserslautern, einer Stadt, die an jeder Ecke signalisiert, wie sehr sie auf den Wiederaufstieg ihres Fußballclubs hofft und damit auf die Stärke von einst.
Das geht dem Tanz nichts anders, auch hier soll allenthalben alte Größe wiederkehren. So zeigte Stefano Giannetti vor zwei Jahren mit nur einem Dutzend Tänzern gleich den ganzen «Schwanensee»: als Theaterprobe. Und machte von daher aus der Not eine Tugend, denn die Beschränkung als Chance und ökonomische Herausforderung – das entspricht Kaiserslautern ganz und gar.
«Engelslieder» heißt Giannettis jüngster Coup. Zwei heutige Komponisten graben im Gestern: Alois Bröder holt den mittelalterlichen Tristan zart in die elektronische Musik; Jan Paul Werge mixt Bach, Brahms, Mendelssohn, Mozart und Billy Joel, vervielfacht sie mit seiner hellen Stimme auf der Bühne, und ...
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Tanz Dezember 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 45
von Arnd Wesemann
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