denkmal: sasha waltz

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...gewann 2011 zusammen mit dem Stuttgarter Architekten Johannes Milla den Wettbewerb zur Gestaltung des geplanten Einheitsdenkmals in Berlin. Es war das erste Mal, dass sich eine Choreografin am Entwurf eines «nachhaltigen» Zeugnisses für Freiheit und Demokratie beteiligt hatte. Nun ist sie aus dem Projekt ihrer «Bundeswippe» ausgestiegen.
Es sollte eine gewaltige, begehbare Schale mit rund 50 Metern Durchmesser werden, die vor dem künftig wiederaufgebauten Berliner Schloss steht.

Waltz schwebte eine Art Freischwinger vor, der sich mit dem jeweiligen Besucheraufkommen nach links oder rechts neigen sollte. Gesiegt haben nun die Bedenkenträger: Es würden gewaltige Fliehkräfte freigesetzt, wenn hundert Menschen gleichzeitig in eine Richtung gingen. Kinder, Alte und Behinderte vor diesem Effekt zu schützen, das sei nicht zu gewährleisten. Die Idee, etwas gemeinsam zu bewegen, steht dem Sicherheitsbedürfnis der neuen Bundesrepublik allzu diametral entgegen. Milla wird den Entwurf nun allein realisieren, doch mit Waltz verlässt die eigentliche Ideengeberin – gut abgefunden – das Team.

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Tanz Dezember 2012
Rubrik: menschen, Seite 33
von

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