Judson Church

Lucinda Childs, Ikone und Grande Dame des Minimal Dance, begann ihre Karriere als jüngstes Mitglied des legendären Judson Dance Theater in New York. An dessen legendäres Kollektiv erinnert sie sich im Gespräch mit Irmela Kästner

Tanz - Logo

Wir treffen uns in Kiel, wo Lucinda Childs zuletzt Jean-Marie Leclairs tragédie-lyrique «Skylla und Glaukos» inszeniert hat. Opernregie führt sie inzwischen regelmäßig, aber weltberühmt wurde sie als Choreografin, als Expertin für schnörkellos reinen Tanz. Über den Beginn ihrer Karriere spricht sie gern, aber selten. Weil dieses Kapitel im Schatten späterer Erfolge steht, etwa Philip Glass‘ «Einstein on the Beach», das sie 1976 mit Robert Wilson herausbrachte.

Seitdem choreografiert die heute 77-Jährige für Ballettensembles in aller Welt, tourt eigene Stücke rund um den Globus.  

Lucinda Childs, wenn Sie auf Ihre Anfänge schauen, auf New York und dann direkt auf die Judson Church – ist das ein mythischer Ort gewesen, ist er es heute noch? Ich denke ja. Es war eine ungewöhnliche Zeit. Es gab da eben diese Kirche in Lower Manhattan, in der sich verschiedene Gruppen, auch radikale politische Gruppen trafen. Uns wurde gestattet, den Ort nicht nur für Proben, sondern auch für Performances zu nutzen. Außer sonntags – da fanden immer noch Messen statt. Ganz in der Nähe war das Studio von Merce Cunningham, wo wir alle trainierten. Die meiste Zeit verbrachten wir ohnehin damit, die Ideen und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Mythische Orte, Seite 42
von Irmela Kästner

Weitere Beiträge
I Jung Lim

Frauen sagen, wenn Frauen alt werden, werden sie Kuh oder Ziege, werden Schwergewicht oder Gerippe. Die Dicken, also die Kühe, heißt es, tragen ihre Bürde selbstverschuldet durch Völlerei und Faulheit. Die Dicken, sagen die Ärzte, leben nicht ganz so viele Tage. Die Industrie rückt dem Dicksein mit Fitnessarmband und Schlankheitspulver zu ­Leibe. Die Dünnen lässt...

Osiel Gouneo

Welchen Grund mag es für einen stolzen Kubaner geben, von seiner sonnigen Karibikinsel ins kalte, dunkle Norwegen zu ziehen? Nach «Blond-Land», wie er es irgendwann tauft? Damals ist Osiel Gouneo 22 Jahre alt und bereits Erster Solist beim Nationalballett seiner Heimat, mit draufgängerischer Virtuosität tanzt er fast sämtliche Rollen quer durchs klassische...

Kritikerumfrage - Jahrbuch 2017

1. Aufführung des Jahres / Production of the Year
2. Choreograf/in des Jahres / Choreographer of the Year
3. Tänzerin des Jahres / Female Dancer of the Year
4. Tänzer des Jahres / Male Dancer of the Year
5. Kompanie des Jahres / Company of the Year
6. Erfreulich war ... / Positive development
7. Ärgerlich war ...  / Negative development


Andrea Amort, Wien, freie...