Jubiläum in Frankfurt
Seit ihrer Gründung vor 60 Jahren hat sich die Tanzabteilung der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) in Frankfurt am Main, derzeit unter der Direktion von Dieter Heitkamp, gewandelt. Körper in Bewegung finden heute zu einem ganz anderen künstlerischen Ausdruck als 1961. Auch die Konzepte von Training und Ausbildung haben sich verändert.
Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums zeigten die Tanzstudierenden der Hochschule im Frankfurt LAB den Tanzabend «shifting perspectives / dis_dancing ctnd.
» und damit auch die veränderte Perzeption und Praxis von Lehre und Tanz. Vom zweiten bis zum zehnten Semester waren angehende Tänzer*innen aller Ausbildungsstufen vertreten. Sie präsentierten verschiedene Arbeitsweisen und choreografische Ansätze, die sie im Rahmen des Studiums ausprobieren und erlernen.
In sechs Kurzstücken im Galaformat, choreografiert von Katja Cheraneva, Marguerite Donlon, Toula Limnaios, Regina van Berkel, Sada Mamedova und Evangelos Poulinas, werden einzelne Geschichten aufgerollt, aus denen indes auch eine gemeinsame Geschichte entsteht. Verpackt in minutiös erprobte Bewegung und präzise erarbeitete Reihen, in Soli, Duetten, Trios und Gruppensequenzen ...
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Tanz August/September 2021
Rubrik: Praxis, Seite 56
von Hannah Meyer-Scharenberg
Seinen ersten Spagat macht Jakob Feyferlik auf der Wickelkommode – allerdings nicht ganz freiwillig. Schwester Viktoria, die dem kleinen Bruder mit Begeisterung die Windeln wechselt und eine Ballettausbildung am Wiener Konservatorium begonnen hat, dehnt die beweglichen Baby-Beine nach allen Regeln des klassisch-akademischen Kanons. Später begleitet der Junge die...
Was hat man nicht alles vergessen! So viele Schritte, Tänzer, Choreografien, Performances in den letzten Jahren gesehen, und wer oder was davon hat Spuren hinterlassen? Es ist beschämend. Das allerdings dürften wohl die wenigsten Augenzeugen wieder aus ihrem Kopf kriegen: Eine Frau hämmert sich mit sachten Schlägen einen acht Zentimeter langen Zimmermannsnagel ins...
Wie ein Fanal hängen die Trümmer einer explodierten Welt über der Szene: Das apokalyptische Bühnenbild von Martin Bergström prägt «Riptide», eine als Film entstandene Uraufführung der bis dato relativ unbekannten Isländerin Hlín Hjálmarsdóttir. Frei und fließend, gar nicht mit der grotesken und erdgebundenen Tönung vieler nordischen Choreografen, zeigt sie in einer...
