josette baïz
Als «Marseille Provence 2013» vor Jahren angeschoben wurde, kamen die Politiker auf eine Choreografin, deren Projekt Grenade – eine Kombination aus Schule und Kompanie – schon damals erfolgreich lief: Josette Baïz.
Die frühere Tänzerin der Kompanie von Jean-Claude Gallotta steht glaubhaft für das Konzept einer volksnahen Kulturhauptstadt: In Aix-en-Provence und Marseille hat sie Kinder und Jugendliche der verschiedensten sozialen und kulturellen Hintergründe versammelt, damit sie zu Tänzern der Spitzenklasse reifen, die in jeder Art von Tanz zu Hause sind – und so eine Brücke zwischen den Kulturen schlagen.
Baïz regte fürs Kulturhauptstadtjahr an, in einem Einkaufszentrum eine Art Tanzfabrik für Jugendliche einzurichten. Doch solche Ideen sind nicht spektakulär genug. So speisten die Politiker Baïz mit einem Trostpflaster ab: Im Rahmen der Eröffnungsfeier im Januar hatte sie eine kleine Performance, Ende Juli folgt eine Inszenierung zu Prokofjews «Romeo und Julia» mit fünfzig Kindern von Grenade und weiteren fünfzig aus Schulklassen. Stattfinden wird das Ganze im Rahmen des vom Orgel- und Bachspezialisten Bernard Foccroulle kuratierten «Festival d’Aix», das jeden Sommer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2013
Rubrik: menschen, Seite 19
von Thomas Hahn
Immer wieder dieser Satz: «Man muss Kunst und Politik trennen.» Omar Rajeh wird nicht müde, ihn zu wiederholen. «Ich vermeide es, über Politisches zu reden», sagt er und meint damit auch die explosive Lage in seiner Heimat, dem Libanon. Zu sensibel, zu kompliziert findet das ein Künstler, der sich in seinen Produktionen oft mit politischen Themen beschäftigt. Der...
Für Tomasz Kajdanski, den Leiter des 14-köpfigen Balletts am Anhaltischen Theater Dessau, ist seine Bühne «eine Kirche» – ein Ort der Zuflucht und der Einkehr in einer Stadt, die seit den Wendejahren nie richtig zu sich gefunden hat. Weder der kulturelle Leuchtturm des Bauhauses noch ortsansässige Groß-Institutionen wie das Bundesumweltamt ändern etwas daran, dass...
im mai: le sacre du printemps_____
ist ohne Zweifel das Ballett des 20. Jahrhunderts. Am 29. Mai 1913 im Théâtre des Champs Élysées vorgestellt, ist es nicht etwa deswegen in die Annalen eingegangen, weil die Umstände seiner Uraufführung von allen Beteiligten als ein Skandal empfunden wurden. Strawinskys Musik, seinerzeit nicht unbedingt zur Freude des Komponisten...
