omar rajeh
Immer wieder dieser Satz: «Man muss Kunst und Politik trennen.» Omar Rajeh wird nicht müde, ihn zu wiederholen. «Ich vermeide es, über Politisches zu reden», sagt er und meint damit auch die explosive Lage in seiner Heimat, dem Libanon. Zu sensibel, zu kompliziert findet das ein Künstler, der sich in seinen Produktionen oft mit politischen Themen beschäftigt. Der 2009 eine «Arabische Plattform» gegründet hat, zu der er in diesem Jahr schwerpunktmäßig Künstler aus Syrien einladen wird.
Choreografen aus dem Nachbarland also in einer Zeit, in der die dortige Revolution gegen das Assad-Regime auch den Libanon wieder zu spalten droht. Doch die politische Haltung der Künstler, ob sie nun für oder gegen das Regime seien, interessiere ihn nicht, behauptet Omar Rajeh, lächelt sanft – und weiß, dass er provoziert.
Ein paar Stunden nach diesem Gespräch wird er auf einer deutschen Bühne ein Solo präsentieren: «Facing the Blank Page». Ein Stück, das laut Programmzettel fragt, ob man einen Körper frei von kulturellen, sozialen oder politischen Konnotationen auf der Bühne zeigen kann. Eine Suggestivfrage natürlich. Denn Omar Rajeh hat Vollbart, dunkelbraune Augen, schwarzes Haar – er ist ...
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Tanz April 2013
Rubrik: menschen, Seite 21
von Nicole Strecker
«If At All». Der Titel stellt sich einen Schritt neben die Realität und zwischen Ja und Nein. Rami Be’er hat für seine Kibbutz Contemporary Dance Company ein neues Stück ohne Story oder eindeutig benennbares Sujet choreografiert. Stattdessen vertieft es sich in den Versuch, Gegensätze zu überwinden: Weder Mensch noch Tier, «wenn überhaupt»; Mann oder Frau, allein...
«I love bouncing in the mist.» Das ist der schönste Satz einer Performance, in der es jede Menge schöner Sätze gibt. Nach der teilweise zum Brüllen komischen Trilogie über Unterhaltungsformate, «Entertainment Island» (2008 – 2011), nehmen sich drei Performer des finnischen Oblivia-Kollektivs mit «Museum of Postmodern Art 1» nun das postmoderne Theater vor....
Er ist dunkelhäutiger, älter, mächtiger, einfach anders als der Rest – doch was ihn zum Helden macht, macht ihn auch zum Narren. Das Fremdsein ist Distinktion und Verhängnis zugleich, so ist es schon bei William Shakespeare. Seit Peter Zadek einst seinen übergewichtigen Schauspieler Ulrich Wildgruber in einen Schuhcreme-Mohren verwandelte, wird «Othello» regelmäßig...
