omar rajeh
Immer wieder dieser Satz: «Man muss Kunst und Politik trennen.» Omar Rajeh wird nicht müde, ihn zu wiederholen. «Ich vermeide es, über Politisches zu reden», sagt er und meint damit auch die explosive Lage in seiner Heimat, dem Libanon. Zu sensibel, zu kompliziert findet das ein Künstler, der sich in seinen Produktionen oft mit politischen Themen beschäftigt. Der 2009 eine «Arabische Plattform» gegründet hat, zu der er in diesem Jahr schwerpunktmäßig Künstler aus Syrien einladen wird.
Choreografen aus dem Nachbarland also in einer Zeit, in der die dortige Revolution gegen das Assad-Regime auch den Libanon wieder zu spalten droht. Doch die politische Haltung der Künstler, ob sie nun für oder gegen das Regime seien, interessiere ihn nicht, behauptet Omar Rajeh, lächelt sanft – und weiß, dass er provoziert.
Ein paar Stunden nach diesem Gespräch wird er auf einer deutschen Bühne ein Solo präsentieren: «Facing the Blank Page». Ein Stück, das laut Programmzettel fragt, ob man einen Körper frei von kulturellen, sozialen oder politischen Konnotationen auf der Bühne zeigen kann. Eine Suggestivfrage natürlich. Denn Omar Rajeh hat Vollbart, dunkelbraune Augen, schwarzes Haar – er ist ...
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Tanz April 2013
Rubrik: menschen, Seite 21
von Nicole Strecker
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