Die Furie des Verschwindens

Von Egks «Abraxas» bis Zimmermanns «Présence». Sie sind vergessene Ballette und überleben nur noch im Konzertsaal. Warum eigentlich?

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Serge Diaghilews Ballets Russes haben die Ballettgeschichte nicht nur choreografisch, sondern auch musikalisch revolutioniert. Dies in doppelter Hinsicht: einmal, indem der russische Ballettzar und seine Choreografen Fokine, Nijinsky und Massine namhafte Komponisten wie Strawinsky, Debussy, Ravel, Satie, de Falla, Prokofieff, Poulenc oder Milhaud veranlassten, Originalpartituren für die Truppe zu schreiben.

Zum andern, indem sie umgekehrt nicht eigens für den Tanz geschriebene Musik, etwa Klavierstücke Chopins in «Les Sylphides» oder Schumanns «Carnaval», für ihre Zwecke adaptierten – eine Praxis, die inzwischen weitgehend den eklektischen, beliebigen Umgang des Tanztheaters mit der Musik prägt.

Spätestens seit dem Beginn der Vorherrschaft der absoluten Musik am Ende des 18. Jahrhunderts war die Tanzmusik kompositionsgeschichtlich in eine dienende, subalterne Rolle gedrängt worden, aus der sie mit Macht erst Strawinsky mit seiner in den Jahren 1910 bis 1913 entstandenen Trias «Der Feuervogel», «Petruschka» und «Le Sacre du printemps» befreite. Lässt man den Sonderfall Tschaikowsky beiseite, so muss man zum Jahr 1801 zurückgehen, um mit Beethovens «Geschöpfen des Prometheus» auf das ...

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Tanz Dezember 2006
Rubrik: Ballett, Seite 58
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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