Jenseits

Wie symmetrisch sind Körper wirklich? Jess Curtis und Maria Francesca Scaroni über ihr «Symmetry Project»

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Kein menschlicher Körper ist wirklich symmetrisch. Sind zwei Beine gleich? Ist ein Arm nicht etwas länger? Ist Symmetrie nur ein Ideal? In der Architektur und im Ballett sorgt sie deshalb für den Eindruck von Harmonie, weil man von Symmetrie in jeder Beziehung zwischen zwei Menschen träumt. Doch wie symmetrisch ist eine Ehe, wie symmetrisch sind zwei Körper wirklich? Die Frage stellen sich der in Berlin und San Francisco lebende Jess Curtis und seine Partnerin Maria Francesca Scaroni.

Natürlich kennen sie die antike Fabel, dass der Mensch einst beides war, Mann und Frau. Und Götterzorn das Wesen mit acht Gliedern in der Mitte durchschlug, damit es fortan nach der anderen Hälfte suchen muss. Symmetrie ist seither auch eine politische Idee: der Gleichberechtigung, des Friedens, des sozialen Ausgleichs.
In The Symmetry Project improvisieren die beiden ein Wesen, das eine «Über-Intimität» sucht, die das jeweilige Ich verliert. Auch das ist ein Ideal: die Ekstase als Eins-Werden. Jess Curtis tabuisiert nichts. Der Traum von Gleichheit und der Traum der Lust sind identisch. Im Duo wird jede Moral, die der Idee der Symmetrie zuwider läuft, ausgespart. Was bei diesem intimen Tanz ...

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Tanz Juni 2009
Rubrik: Jenseits, Seite 74
von

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