Interview: Philip Taylor zur Tour von «Blind Date»

Nordrhein-Westfalen

Tanz - Logo

Philip Taylor,
in Ihrem neuen Stück arbeiten Sie zum ersten Mal mit einem «Mixed-Ability»-Ensemble – drei Ihrer sechs Tänzer sind blind. Behindert Sie das bei der Arbeit?                    Behindern? Nein. Natürlich muss man sich darauf einstellen. Davon abgesehen ist die Arbeit gerade wegen der ungewohnten Umstände unheimlich kreativ. Ich habe selten so viel gelernt oder so bewusst wahrgenommen, was wir da tun. Eine Behinderung ist das jedenfalls nicht.

Übrigens wollen meine blinden Darsteller auch nicht so, sondern zuallererst als Menschen behandelt werden – die nebenbei blind sind.

Gewöhnlich vermittelt sich Choreografie auch durch Vormachen und Zuschauen. Übersetzen Sie alles in Sprache?                                                                                          Zunächst mal dauern die Proben länger; elf Wochen. Das ist zu erwarten, wenn man mit einer so gemischten Gruppe arbeitet. Drei der sechs Tänzer sind Profis: Sophie Abrioux, Fernanda Lima, Julian Stierle. Die anderen drei sind blind und Amateure. Sie haben praktisch keine Vorerfahrungen im Tanz. Darüber hinaus fehlt ihnen auch das ganz grundsätzliche Wissen über Bewegung, das Sehende sich einfach ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2009
Rubrik: Der Kalender, Seite 41
von Katja Werner

Vergriffen
Weitere Beiträge
Brief aus Johannesburg

In den wohlhabenden Vororten von Johannesburg fährt man gern den silbergrauen Hyundai SUV. Auf der anderen Seite der Stadt, in den Townships, bevorzugt man weiße Minibusse. Der Choreograf Sello Pesa fährt einen schwarzen VW-Käfer. Ein ungewöhnliches Auto für eine südafrikanische Großstadt. Doch der kleine Käfer führt auch ein ungewöhnliches Leben. Abends parkt er...

Im Tanzpalast

An Hellerau kommt keiner vorbei. «Stop» signalisiert das neue Logo, die Silhouette des Festspielhauses in ein großes H eingebettet. H wie Hellerau eben, wie Haltestelle, wie Hoffnung. Glaubt Dieter Jaenicke – und wünscht sich, dass man in zwei Jahren beim H nicht mehr an Straßenbahn, sondern unwillkürlich ans Europäische Zentrum der Künste Dresden denkt, das dort...

Center Stage 2

 

Wer auf den Straßen der Krisenmetropole Detroit seine Frau steht, wird noch lange nicht in der American Ballet Academy mit offenen Armen empfangen. Kate Parker hat zwar das «gewisse Etwas», was einem New Yorker ABT-Principal wie Ethan Stiefel sofort ins Auge sticht. Aber noch fehlt ihr das Können, um die strohblonde Suzanne von Stroh bei der Audition...