Jan Pusch: «Final Fiction»
Über das Lebensende hinaus hält der Mensch noch an seiner ihm liebsten Schwäche fest: an der Selbsttäuschung, er sei unersetzbar. Mit «Final Fiction» ist Jan Pusch ein großer Tanzessay gelungen. Im zweiten Jahr als Choreographer in residence bei der Nordwest Tanzcompagnie Oldenburg brachte er dieses intime Stück in der Alten Exerzierhalle heraus.
Der Anfang thematisiert das Ende: Ein großspuriger Auftritt zu Frank Sinatras «This Is My Way», Verbeugung, Exit. In einer glamourösen Sekundenshow sind Abschiednehmen und Tod sarkastisch zusammengefasst.
Das Leben ist eitler Schein, wir sind bloße Spieler, die sich wie bei Shakespeare nur einen Moment lang auf der Bühne spreizen dürfen. Die weißen Paravents zu beiden Seiten der Bühne erweisen sich als Tische, über die sich eifrig kritzelnd acht Tänzer beugen. Vermächtnis oder letzte Worte?
Puschs Bilder sind doppeldeutig, bieten Freiraum für Assoziationen. Auch seine Kompositionstechniken sind feiner geworden. Raffiniert behandelt er Spiegelung, Variation und Wiederholung der Phrasen in den Soli und Duetten, verleiht zentralen Motiven vielfarbige Brechung. Ein Tänzer vergewissert sich noch einmal seines Körpers, wehrt sich gegen den ...
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