Nazareth Panadero

Die Spanierin bei Pina Bausch ist berühmt für ihren Witz. Man nennt sie die Buster Keaton des Wuppertaler Tanztheaters. Bettina Trouwborst traf sich gern mit ihr.

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«Gespenster müssen sich auch mal setzen», findet Nazareth Panadero und klopft einladend neben sich auf die Sitzfläche eines Stuhls. Mit zwei Gläsern in der Hand wendet sie sich verschwörerisch an das Publikum: «Bei Vollmond wird man nicht besoffen.» Aus rauer Kehle, fast verächtlich, stößt sie das Wort «besoffen» hervor. In «Vollmond» gibt die Spanierin, wie in so vielen Pina-Bausch-Stücken, die Unverwüstliche, das ranschmeißerische Vollweib mit dem irren, kreischenden Gelächter.

Gehüllt in knallroten Taft, ist sie zuständig für Witze und Anekdoten, die sie mit großen Augen und rollendem «Rrrr» zum Besten gibt.

Mit dieser extravaganten Kunstfigur hat die unscheinbare Frau, die in einem Nobellokal auf der Düsseldorfer Königsallee am Fenster sitzt, auch auf den zweiten Blick wenig gemeinsam. Sie wirkt so natürlich, dass sie in der gestylten Umgebung schon wieder auffällt. Nazareth Panadero ist ungeschminkt, die Augen blicken durch runde Brillengläser über die Tische. Sie trägt einen beigen Wollpulli, weite Workerjeans und Trekking-Schuhe. Die vorderen Haarsträhnen sind wie bei einem kleinen Mädchen über der Stirn mit zwei Klammern eng am Kopf befestigt. Aber so ähnlich trägt die ...

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Tanz März 2009
Rubrik: Nazareth Panadero, Seite 52
von Bettina Trouwborst

Vergriffen
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