Aufstand der Frauen

Paris liegt ihr zu Füßen. Sie tanzt Burlesque und liebt die Epoche der Pin-up-Girls. Soeben hat sie am Crazy Horse ihre neuen Sets enthüllt.

Tanz - Logo

Dita Von Teese im roten Negligé, umgarnt von sechs kaum bekleideten Dienstmädchen. Dita solo, in die Welt hinausblickend, ihre Zigarettenspitze schwingend. Dita ondulierend, hedonistisch ihre Rundungen streichelnd und im Luxus badend. Neue Nummern, exklusiv für das Pariser Tanzetablissement Crazy Horse kreiert, mit den Girls des weltberühmten Cabarets. Dazu gibt es ihren berühmten Akt in der Badewanne, bei dem sie tatsächlich die Brause anstellt und sich sichtlich wohl fühlt.

In manchen Nummern dürfen wir ihre berühmten Retro-Dessous bewundern, die Von Teese persönlich zum Trend pushte. Aus dem Publikum ertönt dazu ein Feuerwerk, «Wow!», «Wow!», «Wow!»: aus weiblichen Kehlen. Die Damen kennen sich aus.
 
In ihrer Nummer «Lazy» zeigt sie, dass sie sogar zu Selbstironie fähig ist. Wenn sie sich auf dem roten Sofa räkelt, rot gekeidet in Diorkleid und High Heels von Christian Louboutin, zitiert sie Marilyn Monroes «There’s no Business like Show Business». Recht hat sie. Mit ihrer Nostalgie verdient sie so gut wie mit der Lingerie, die sie für Wonderbra entwirft.

Dita Von Teese bezirzt stets mit derselben schab-lonenhaften Eleganz. Aber was würden wir uns heute in den Cabarets ansehen, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2009
Rubrik: New Burlesque, Seite 8
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Paxtons Palette

«Hello».
Zwei Füße auf tiefschwarzem Bildschirm? Das heißt: Fußsohlen. Plattgedrückt zeichnen sich die Zehenballen und die schmale Landzunge bis zum hellen Fersenkreis ab. Der Spann, von unten, wirkt schon ein bisschen faltig. Die Füße eines nicht mehr jungen Mannes. Dann taucht aus der Dunkelheit unterhalb der Fußabdrücke sein markantes Gesicht auf. Schmal, sehr...

Hans Henning Paar: «Copy Coppelia»

Bei aller tänzerischer Professionalität ist eins besonders schade: Die «Copy Coppelia» ist kein bisschen unheimlich. Dabei kopiert sie nicht nur die klassische «Coppelia» nicht; sie verschenkt die Gelegenheit, quasi direkt aus der Quelle zu schöpfen. E. T. A. Hoffmanns «Sandmann», die Vorlage beider Ballette, ist seit Freud Ausdruck des Unheimlichen schlechthin....

Pina Bausch wird 30 (in Paris)

Dreißig Kerzen blies sie aus, nach der Premiere von «Sweet Mambo» im Théâtre de la Ville. Sie standen für drei Jahrzehnte Tanztheater Wuppertal im Haus nahe der Seine, das für Pina Bausch eine Art zweites Zuhause ist. Die kurze, formlose Rede improvisierte Emmanuel Demarcy-Motta, der frisch ernannte Intendant. Bausch und Gérard Violette, der Patriarch im Ruhestand,...