James Sutherlands «Tschaikowsky»
Seine Ballette gehören zum Kernbestand der Klassik. Auch ihr Schöpfer ist schon mehrfach Gegenstand von Choreografien geworden, in denen die unausgelebte Homosexualität und der rätselhafte Tod des russischen Musikidols im Zentrum stehen. Am Pforzheimer Stadttheater stellt sich nun James Sutherland der Biografie von Tschaikowsky als «Ein Leben in Zerrissenheit» (Untertitel). Der erste Akt ist ein intensives, aus Rückblenden auf Leben und Werk des Künstlers zusammengesetztes Gefüge.
Der zweite zeigt in einem alptraumhaften Szenario das Seelendrama zwischen künstlerischem Anspruch und hochsensibler Privatheit. Getanzt wird vor der Pause zu einem Pasticcio aus Tschaikowskys Oper «Eugen Onegin» und den Ballettmusiken, danach zur Sinfonie «Pathétique». Anfangs begleitet auf der Bühne Sofia Kallio mit kräftigem Sopran die Balletthandlung, ihre musikalisch eingebrachte Briefszene aus «Onegin» ist ein sinnstiftender Regieeinfall. Sutherland und seine Tänzer verbinden dazu klassische und moderne Elemente spielerisch. Manche Szenen fallen anrührend zart aus, andere verdichten sich während aufschäumender Musikpassagen zum Drama.
In Toomas Rätsepp, dem elegant salonhaft agierenden ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Immer wieder stößt sie gegen den Tisch, als wär' er eine Wand: ein traumatisches Erlebnis, von Susanne Linke 1985 in ein bewegtes, bewegendes Bild gefasst. Im Kindesalter kämpfte ihr Körper gegen seine Sprachlosigkeit an: eine falsch behandelte Meningitis kostete der Tänzerin fast das Gehör. Sich erinnernd, tanzt sich Susanne Linke Schritt um Schritt von ihrer...
Auf dem Weg nach Dresden Franz Kafka gelesen: «Man fotografiert Dinge, um sie aus dem Sinn zu verscheuchen.» Wir knipsen, um nicht hinzusehen. Wir halten uns auf Reisen die touristischen Objekte vom Leib, indem wir sie «ab»-lichten. Wegblitzen. Man könnte mit dem gleichen Recht sagen: Tanzfotografie verscheucht das Erlebte. Tanzfotografie ersetzt die vergänglichen...
Steve, in “Material for the Spine,” what lies behind the word “material?” It’s movement material, to bring the spine to awareness. When I started this in 1986 it seemed to me that people could have perfectly useable and eloquent spines without ever having any sense of the spine itself which is not easily sensed. It does not provide a lot of sensations unless it is...
