Trance in Malaysia

Arnd Wesemann über die gepiercten Tänzer beim Götterfest Thaipusam

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Nicht lang her, da wurde Malaysia ein Paradies. Ein ökonomisches, seit es so reich ist, dass der Gast aus Deutschland bedient wird mit dem Satz: «‘Tschuldige, dass wir Eure Arbeit wegnehmen.» Auch religiös lebt es sich hier angenehmer als anderswo. Auf dem schmalen Land zwischen Thailand und dem Zipfel Singapore regiert ein Islam, den sie «hadari» nennen. Flexibel. Offen.

Die verschleierte Muslimin neben der Christin, Tamilin, Bengalin, Chinesin bilden ein tropisch buntes Land, das wie viele asiatische Erfolgsmodelle einen Kompromiss aus Kapitalismus und bürokratischem Sozialismus erfand. Feiertage gibt es aus aller Welt: Chinesisches Neujahr, Ramadan und den wohl berühmtesten: Thaipusam, der tamilische Bußgang auf einen heiligen Berg, um Murugan, dem Gott zu huldigen, der einst die drei Dämonen Egoismus, Geiz und Lüsternheit besiegte. Junge Männer stecken sich hier, nicht in Indien, wo es verboten ist, Milchkännchen an Haken wie Christbaumschmuck in ihre Haut, lassen sich Speere durch Wange und Zunge bohren, und alle Welt schreit auf: Das muss doch wehtun, warum fließt kein Blut?

Das Wunder von Thaipusam, das jährlich wiederkehrt in Kuala Lumpur, Itoh, Melaka, in George Town auf ...

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Tanz April 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 55
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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