isaac hernández
Wenige Tage, bevor unser Gespräch stattfinden soll, besuche ich das Londoner Coliseum Theatre, um Isaac Hernández in der aktuellen «Corsaire»-Produktion des English National Ballet tanzen zu sehen. Allerdings nicht in der Titelrolle des Piratenanführers Conrad, den er an anderen Abenden verkörpert, sondern als Sklave Ali. Die übrigen großen Partien sind mit herausragenden Tänzern besetzt – und doch ist es Hernández, der seinen Kollegen die Show stiehlt.
Sein scheinbar müheloser, geschmeidiger Bewegungsfluss erweckt den Eindruck, als sei dieser Tänzer nicht allein von der Kraft seiner Muskeln und Lungen angetrieben, sondern obendrein von einer höheren Macht befeuert: Kein rasend pochendes Herz ist unter der elfenbeinernen Haut seiner nackten Brust auszumachen, kein noch so leises Anzeichen von Erschöpfung. Frappierender noch als Hernández’ geschmeidig ausgreifende Kreise und federnde Sprünge ist der überwältigende Eindruck, dass er restlos in seiner Rolle aufgeht – und die Figur des Ali selbst beim Schlussapplaus nicht abgelegt hat. Keine Frage: Der 25-jährige Isaac Hernández zählt zu der seltenen Spezies des eingefleischten, dabei technisch höchst kultivierten Bühnentiers.
Vater ...
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Tanz April 2016
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Mike Dixon
Sie beide arbeiten schon lange künstlerisch mit Flüchtlingen und Migranten. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Jessica Höhn: Mit Flüchtlingen arbeite ich, seit ich freiberuflich als Theaterpädagogin unterwegs bin, also etwa seit zehn Jahren. Es fing mit Theaterprojekten zur Sprachförderung an. Seit sechs Jahren leite ich eine interkulturelle Gruppe am Off-Theater...
Seit 2002 bringt die «Rolex Mentor und Meisterschüler Initiative» international bekannte, renommierte Künstlerinnen und Künstler mit jungen Talenten zusammen. Das einjährige Programm zielt darauf, den Dialog zwischen Akteuren aus verschiedenen Generationen zu fördern und auch Kunstrichtungen miteinander zu vernetzen. Nach William Forsythe, Saburo Teshigawara, Anne...
Nein, sie empfiehlt sich nicht auf Französisch. Am Ende des Ballettabends stimmt Édith Piaf aus dem Off ein «Heaven Have Merci» an, bevor sich Vasiliki Roussi von der Bühne verabschiedet – «die Sängerin, die öffentliche Person» (wie es im Programmheft im Gegensatz zur «Tänzerin» heißt). Die Augen aufgerissen, das Gesicht bleich, der Mund grotesk verschmiert wie von...
