Medien
lexikon: tanz – und mehr
Etwa auf der Hälfte der 700-seitigen Lesestrecke finden sich folgende Einträge: «Mahler, Gustav», «Maloya», «Manen, Hans van», «Maori». Da reihen sich also, alphabetisch geordnet, der Komponist, das Sklaven-Klagelied, der Choreograf und die indigene Bevölkerung Neuseelands hintereinander. Als jeweils Sachverständige treten auf den Plan: der Musikwissenschaftler Jörg Rothkamm, die Ethnologin Ulrike Nestler, die Theaterwissenschaftler Anke Hellmann und Christopher Balme – ein gebürtiger Neuseeländer.
Jede Paarung ein Match, möchte man sagen. Auf jeden Fall imponiert «Das große Tanzlexikon» durch seinen ebenso umsichtigen wie maßgeschneiderten Zuschnitt.
Umsichtig, weil der Blick über den Tanz-Tellerrand hinauswandert, und maßgeschneidert, weil die Herausgeberinnen auf jedes Thema kompetente Autoren angesetzt haben – wenn auch nicht immer die erste Garde. Dafür ist das Stichwort-Spektrum, das Annette Hartmann und Monika Woitas abdecken, erheblich vielfältiger als in vergleichbaren Publikationen. Denn ihr Kompendium spiegelt die gegenwärtige Verfasstheit des Tanzes: als gesellschaftlich, interkulturell und -disziplinär vernetztes Phänomen, das von ...
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Tanz April 2016
Rubrik: Medien, Seite 62
von
screening: anne teresa de keersmaeker an der pariser oper
Das Beste kommt am Schluss: «Anne Teresa De Keersmaeker an der Pariser Oper» heißt es kurz nach Mitternacht, und auf dem Programm stehen mit Béla Bartóks «Quatuor n°4» (Foto) und Ludwig van Beethovens «Die große Fuge» erst mal zwei frühe Arbeiten der Flämin, wenngleich in einer Up-to-date-Aufzeichnung aus...
Sie beide arbeiten schon lange künstlerisch mit Flüchtlingen und Migranten. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Jessica Höhn: Mit Flüchtlingen arbeite ich, seit ich freiberuflich als Theaterpädagogin unterwegs bin, also etwa seit zehn Jahren. Es fing mit Theaterprojekten zur Sprachförderung an. Seit sechs Jahren leite ich eine interkulturelle Gruppe am Off-Theater...
Mit Bachs sanfter Aria aus den «Goldberg-Variationen» beginnt der Abend, und mit dieser Aria, da capo al fine, geht er zu Ende. Von Bachs dreißig Variationen aus dem Jahr 1741 ließ sich Uri Caine inspirieren, der 1956 geborene amerikanische Komponist, der 2000 seine «Goldberg Variations» einspielte. Für die Komposition nutzte er unterschiedliche Musik- und vor...
