Interviews
Dialoge seien eine Kunstform, schreibt Guy Cools. In den 1990ern leitete er das Kunstzentrum Vooruit in Gent. Danach war er als freier Dramaturg etwa für Akram Khan und Sidi Larbi Cherkaoui tätig. Dialoge, so schreibt er weiter, beruhen auf der Kunst des Zuhörens. Die existiere in unserer projektorientierten Kultur nicht mehr, laut Richard Sennett deshalb, weil man heute mehr mit seiner eigenen Angst vor «Autorität, Vertrauen und Kooperation» beschäftigt sei als mit seinem realen Gegenüber.
Cools will also zuhören, auch wenn seine Dialoge eher Interviews sind, die unter dem besseren Titel «Body-Language Talks» öffentlich im Sadler‘s Wells in London geführt wurden. Da saßen zwischen 2008 und 2013 erst Khan und Cherkaoui auf dem Podium, am Ende deren Kollaborateure Ruth Little und Antony Gormley, zwischendurch so angesagte Tanzkoryphäen wie Hofesh Shechter und Russell Maliphant. Natürlich haben die Künstler über ihre Arbeit erzählt und nicht der Kunst des Dialogs gefrönt. In Buchform lesen sich ihre Selbstbetrachtungen eher wie ein Nachhall ferner Produktionen. Nur Rosemary Butchers Aussagen wirken zeitlos; sie starb vergangenes Jahr. Ihr ist das Buch gewidmet. Das Niveau der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Léon Bakst
Ein Blick, und man wird diese Szenerie nie wieder vergessen. Das gilt für viele Bühnenbilder und Kostüme, die Léon Bakst (1866 – 1924) für die Ballets russes entworfen hat. Ob «Shéhérazade», «Le Spectre de la rose» oder «L‘après-midi d‘un faune» – der Maler verstand es, jedes Sujet mit einer unverwechselbaren Ikonografie aufzuladen. So trug er mannigfach...
Längst ist es aus mit der Illusion von Ballett-Fluffigkeit für Noé Soulier. Das Stück hat noch gar nicht richtig angefangen, da ist dieser «fait», dieser Fakt schon mal klar. Die Tänzer seines neuen Stücks «Faits et Gestes» kommen bei der Uraufführung im PACT Zollverein Essen mit einem extra langen Auftritts-Marsch von hinten durch den Zuschauerraum auf die Bühne....
Mohammad Abbasi, Sie haben 2010 das Invisible Center of Contemporary Dance ins Leben gerufen. Wie kann man unsichtbar bleiben, wenn man vor Publikum auftritt? Wir veröffentlichen nichts online. Im Iran kann man tun, was man möchte, solange man für die Medien unsichtbar bleibt. Die iranischen Botschaften werten vor allem Medien aus, die eine große Reichweite haben,...
