Am Ende der Marktfreiheit
Im letzten Jahr erhielten eine Menge Künstler Post. Absender waren der Fonds Darstellende Künste und das Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI). Sie wollten wissen, wen sie vertreten und für was. 4074 Fragebögen wurden beantwortet zum Zweck der «Datenerhebung zu Arbeits- und Lebensbedingungen der Theater- und Tanzschaffenden in Deutschland». So was hört nicht jeder gern. Der Deutsche Bühnenverein lehnte den Zensus ab, weil er selbst einen betreibt. 4074 Bögen, das entspricht beachtlich genau zehn Prozent aller Tanz- und Theaterschaffenden.
Mitgetragen wurde er von 700 ungehorsamen Mitgliedern des Bühnenvereins. Es ist damit die größte Erhebung seit 1973. Der damalige Zensus, so Günter Jeschonnek vom Fonds, führte immerhin zur Gründung der Künstlersozialkasse, einer günstigen Kranken- und Rentenversicherung, in die auch Tänzer, Choreografen, Repetitoren, Ballettmeister und Tanzpädagogen einzahlen, sofern sie (auch) selbstständig sind: ein Umstand, den der Bühnenverein für seine Mitglieder der Stadttheater irrtümlich ausschließt.
Denn das Gros der Tänzer und Choreografen ist prinzipiell selbstständig, auch wenn sie eine Zeit ihres Lebens in angestellten Verhältnissen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Carolyn Carlsons Soli verdienen regelmäßig Standing Ovations für die Pariser Solo-Königin. Dutzende Stücke schuf sie für sich und gut zwanzig Soli für andere Tanzkünstler. «Man muss sich mit sich selber konfrontieren», sagt sie, «darum Soli». Ein solcher Abend kommt nun auch auf das finnische Kuopio zu, für das exakt vierzig Jahre alte Festival von Jorma Uotinen....
Es ist Freitag, der dreizehnte. Auf der Zielgeraden droht die wochenlang abgestimmte Terminplanung zu platzen. Das Flugzeug hat Verspätung, die Pariser Verkehrsadern sind wie üblich verstopft. So erreicht die Besucherin das Amphitheater in den Katakomben der Bastille-Oper erst in allerletzter Sekunde. Einhundertfünfzig aufgeregte Schüler werden hier gleich eine...
Philip Taylor,
in Ihrem neuen Stück arbeiten Sie zum ersten Mal mit einem «Mixed-Ability»-Ensemble – drei Ihrer sechs Tänzer sind blind. Behindert Sie das bei der Arbeit? Behindern? Nein. Natürlich muss man sich darauf einstellen. Davon abgesehen ist die Arbeit gerade wegen der ungewohnten Umstände unheimlich kreativ. Ich habe selten so viel...
