Nach Moskau

Als 22-Jähriger wagte Jacopo Tissi den Sprung ans Bolschoi, wo er als Italiener natürlich eine Ausnahmeerscheinung ist. Wie es dazu kam und welche Herausforderungen seine Entscheidung mit sich brachte

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Makhar Vaziev, der ehemalige Direktor des Scala-Balletts und aktuelle Chef des Bolschoi-Balletts, hält viel von ihm. «Jacopo Tissi? Der arbeitet gerade hart in Moskau und hat eine große Zukunft vor sich, ist schon jetzt einer der herausragenden Tänzer der Kompanie. Aber als Italiener, der an der Ballettschule der Mailänder Scala ausgebildet wurde, könnte er natürlich auch ein perfekter Prima Ballerino an der Scala werden. Warum nicht?» Also sprach Vaziev schon 2018, während eines Scala-Gastspiels des Bolschoi-Balletts.

Da war Tissi noch mehr oder minder ein Neuling in den Reihen der russischen Elitetruppe – und kämpfte durchaus mit Anlaufproblemen. Das jedenfalls erzählt er am Rande eines Gastspiels in Rom.

Jacopo Tissi, wie verschlägt es einen Italiener ans Bolschoi? Es ist ja nicht so, dass die Russen einen Mangel an nationalem Tänzernachwuchs hätten … Nein, das kann man nicht behaupten. Ich denke, es gehört wie immer im Leben Glück dazu. Und das hatte ich von Kindesbeinen an. Dank guter Lehrer und Eltern, die mir den Weg in den Tanz frei gemacht haben, obwohl sie selbst gar nichts damit zu tun hatten. 

Sie sind 1995 in der Provinz Pavia geboren worden und haben das Ballett als ...

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Tanz April 2020
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Silvia Poletti

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