Intendant
Führt euch selbst an
Direktoren und Choreografen sind doch Amateure. Niemand hat ihnen das, was sie tun, wirklich beigebracht. Natürlich sollte man einige Ahnung von Musik, Architektur, Kostüm, Lichtgestaltung haben. Man müsste Anatomie gut studiert haben, um nicht Sachen zu choreografieren, die die Menschen verkrüppeln. Und man sollte als künstlerischer Direktor auch Psychologe sein, Psychiater, Soziologe, Gynäkologe, Diplomat, Politiker. All das müsste man sein, um die Arbeit richtig zu machen.
Man müsste vor allem eins sein: eine Führungspersönlichkeit, wie es Jirˇí Kylián eine gewesen ist. Klug hatte er im Jahr 1999 seine Fehler erkannt und sich zu demjenigen entwickeln können, als den man den Tschechen in Erinnerung behält: ein künstlerischer Leiter, unter dessen Ägide das Nederlands Dans Theater (NDT) eine Erfolgsstory erlebt hat wie kaum ein anderes europäisches Ensemble.
Weitsicht kann man lernen
Dass das NDT 3, die Seniorenkompanie, wenige Jahre nach seinem Rücktritt das Zeitliche gesegnet hat, mag viele Gründe haben. Einer ist sicher, dass es dem Nachfolger zumindest an Weitsicht gefehlt hat, was die finanziellen Voraussetzungen seiner künstlerischen Arbeit betrifft. Da ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Manager, Seite 96
von Hartmut Regitz
Bis heute ist sie frei, muss jedes Jahr um ihren Etat kämpfen und deshalb ein dichtes Netz von Koproduktionen spinnen. Was bei ihr heißt: permanent über den eigenen Tellerrand zu blicken. Sie hat allein in dieser Spielzeit zwei zeitgenössische Opern als Tanzmusikstücke choreografiert und inszeniert: «Passion» ihres Komponistenfreundes Pascal Dusapin in Paris und...
Kein Materialmeter. Nirgends. Sergei Diaghilew gab die ordre de mufti, und alle hatten zu folgen. Er wollte seine Ballets Russes nicht auf ein so ordinäres Medium wie den noch jungen, aber doch bis zum Jahr 1929 – dem Ende der legendären Truppe durch den Tod des Gründers – längst kunstreif gewordenen Film bannen lassen. So gibt es keine Originaldokumente des...
Sie hat ebenso viel Witz wie Verstand. In ihren Choreografien, die wie Studien daherkommen, forscht sie nach dem Bewegungsimpuls. Dabei entkleidet sie den Anlass von der Ursache, Partituren dienen ihr zur Systematisierung, aber auch als Reibungsflächen, die einen Widerstand zwischen Performern und ihrem Material spürbar machen. Diese Bewegungspartituren sind nicht...
