Tanzwissenschaftler
Gerald Siegmund, Gabriele Klein, Gabriele Brandstetter, Sie lehren in Master-Studiengängen, die bereits ein anderes Studium voraussetzen. Was empfehlen Sie an Fächern, an Vorwissen?
Gerald Siegmund: Theaterwissenschaft empfiehlt sich immer, da bekommt man die Seherfahrung mit, die notwendig ist, um ästhetische Praxis reflektieren zu können.
Gabriele Klein: Die Master-Studierenden der Performance Studies an der Universität Hamburg kommen aus verschiedenen BA-Studiengängen, zum Beispiel Bewegungswissenschaft, Germanistik mit Schwerpunkt Theaterforschung, aber auch aus Tanz- und Theaterwissenschaft. Da wir einen weiten Performancebegriff zugrunde legen, sind auch andere Fachdisziplinen interessant, zum Beispiel Architektur. Um gemeinsame Voraussetzungen zu haben, geben wir eine Literaturliste heraus, die bis zum Anfang des Studiums gelesen werden soll.
Gabriele Brandstetter: Ein BA in Theaterwissenschaft macht sich immer gut. Da wir jedoch viele Studierende aus dem Ausland haben und deren Ausgangssituation nicht vergleichbar ist, gibt es eine einführende Veranstaltung, die eine Basis legt. Grundsätzlich gilt: Lesen und Schauen. Die beste Schule ist, mindestens zweimal pro Woche in ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Manager, Seite 110
von Katja Schneider
Die Beziehung eines Theaters zur Öffentlichkeit ist nur selten sehr intim. Das Publikumsgespräch nach einer Vorstellung bildet mitunter das Maximum an Nähe zum Zuschauer, die ein Choreograf zulässt. Der Künstler zum Anfassen dient quasi als Bonus-Track dafür, dass bis zum Publikumsgespräch tatsächlich alles getan wurde, damit überhaupt ein Publikum da ist. Denn...
«Wäre Tanz in meinem normalen Leben präsent gewesen, wäre ich vielleicht Mathematiker geworden.» Sagt Sidi Larbi Cherkaoui auf die Frage, wie er zum Tanz kam. Da war er fast erwachsen. Und entschloss sich nun, mit dem Eifer des Spätberufenen auf eine ungewisse Suche zu gehen und alles kennenzulernen, wessen er habhaft werden konnte an Tanz, Bewegung, Ritual. Was...
Das Flüchtige nicht im Ungefähren
Auf seinem Schreibtisch im Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) steht ein hellgrünes Köfferchen: der «Choreografische Baukasten». An dessen Entstehung war Nik Haffner im Hintergrund mit beteiligt. Die kleine Kiste suggeriert, was künstlerische Bühnenarbeiter brauchen: Handwerkszeug (tools), Pflichten (tasks) und...
