Inszenierung des Jahres: Crystal Pite/Jonathon Young «Assembly Hall»
Vereinsleben für Mittelalterspiele. Das Thema scheint etwas für Menschen von gestern, vielleicht für Menschen vom Land, für Verrückte – für Leute jedenfalls, mit denen wir, westlich urbane Intellektuelle, nichts zu tun haben (wollen). Die «Assembly Hall», die der Bühnenbildner und langjährige Mitstreiter von Crystal Pite, Jay Gower Taylor, für das Stück mit eben diesem Titel auf die Bühne stellt, hat denn auch ihre beste Zeit hinter sich. Das alles mag indes täuschen.
Die Stücke, die Crystal Pite zusammen mit dem Autor Jonathon Young schafft, sind bekanntlich von hinterlistiger Doppelbödigkeit.
Ihre vierte Kollaboration «Assembly Hall», die im Rahmen des Tanzfestivals «Steps» in der Schweiz zu sehen war, ruft ihre erste in Erinnerung: «The Statement» von 2016. Die seinerzeit für das Nederlands Dans Theater 1 geschaffene Satire versammelt vier Menschen um einen Tisch. Sie versuchen sich mit einem Statement aus einer Affäre zu ziehen. Worum es geht, ist nebulös und wirkt zunächst surreal. Bis klar wird, dass die Art und Weise, wie hier weißgewaschen wird, absurd ist. Und was geschah, ziemlich schrecklich. Daran erinnert die groteske Bewegung von «Assembly Hall». Wörtlich tut sie ...
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Tanz Jahrbuch 2024
Rubrik: The winners are, Seite 128
von Lilo Weber
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