Inklusiv
Die gegenwärtige politische Lage in der Welt, auch in Deutschland und Europa, führt uns deutlich vor Augen, wie Machtverhältnisse verschoben oder gefestigt werden. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Kunst. Die zunehmende Polarisierung angesichts hoch konfliktträchtiger Verwerfungen und der Aufstieg rechtspopulistischer Parteien wie der AfD (Alternative für Deutschland) haben die Gesellschaft gespalten. Künstler*innen haben in einem offenen Brief gefordert, die «Brandmauer» gegen die AfD auf allen Ebenen zu stärken, um die demokratischen Werte zu schützen.
Der Tanz äußert sich in dieser Hinsicht bisher nur leise, obwohl insbesondere die Tanzszene mit ihrer internationalen Zusammensetzung und Ausrichtung von einzelnen Mitgliedern der AfD kritisch betrachtet wird. Auch parlamentarische Anfragen nach der ethnischen oder nationalen Zusammensetzung einzelner Ensembles hat es bereits vor Jahren gegeben.
Geopolitische Friktionen wirken sich direkt auf die künstlerische Arbeit und Haltung von Tanzschaffenden aus. Wenn Themen in künstlerischen Prozessen nicht mehr offen angesprochen werden können, weil sie potenziell konfliktträchtig sind, ist das eine ...
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Tanz Jahrbuch 2024
Rubrik: Macht, Seite 48
von Helge Letonja
«I’m not a robot.» Ich setze das Häkchen und selektiere dann Teile eines Bildes, auf denen Ampeln zu sehen sind. Dass ich online die Frage gestellt bekomme, ob ich ein Roboter bin, verwundert längst nicht mehr. Es ist allgemein bekannt, dass sich rein sprachlich nicht mehr ohne Weiteres feststellen lässt, ob da gerade ein Chatbot oder ein Mensch das Wort führt. Ich...
Sie beide sind ein gutes Beispiel dafür, wie man sich in der Ballettwelt, im Beruf, ein machtfreies Inselchen schaffen kann: Seit dieser Saison sind Sie Mitglieder des neu sortierten Berliner Staatsballetts, kein Paar – sondern allerbeste Freunde. Wie muss man sich überhaupt die Zusammenarbeit innerhalb einer Ballettkompanie vorstellen?
Chloe Capulong: Das...
«Der Sturm» ist Shakespeares letztes Werk. Damit verabschiedete sich der große Dichter, gänzlich abgeklärt, von der Bühne. «I‘ll break my staff», lässt er sein mutmaßliches Alter Ego Prospero am Ende resigniert sagen, wenn der seinen Zauberstab zerbricht. Der Magier verzeiht seinen Feinden, befriedet die Welt, dann wählt er den «exit above» – so die Regieanweisung...
