Hybris

Konflikte kennen nur Sieger und Besiegte? Von wegen, meint die Mediatorin Beate Supianek

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Was ist Mediation, und ist sie geeignet, Konflikte in Theatern zu bearbeiten? In einem deutschen Theaterbetrieb finden Sie kaum eine Antwort darauf. In den zwanzig Jahren, die ich als Mitarbeiterin in Künstlerischen Betriebsbüros und als Disponentin an verschiedenen Theatern gearbeitet habe, war nur ein einziges Mal jemand da, der mit dem Ensemble sprechen sollte. Von zwei anderen Fällen habe ich gehört. Auch dienstältere Mediator*innen zählen nicht mehr Anfragen. Den Grund sehe ich in einer Mischung aus Unkenntnis und Hybris bei allen Beteiligten.

Der Theaterbetrieb unterscheidet sich in nichts von allen anderen Unternehmen. Umso wichtiger, über Möglichkeiten der Mediation zu sprechen und eine Lanze für nachhaltige Konfliktbearbeitung brechen zu können.

Die Probleme, die wir in Mediationen bearbeiten können, entstehen aus unbefriedigten Bedürfnissen und verletzten Gefühlen Einzelner. Oft sind ungeklärte Sachfragen nur der Anlass, Hilfe zu holen. Diese Ebene kann ich als Mediatorin nicht bearbeiten. Ich komme nicht als Sachverständige oder Richterin. Als Mediatorin frage und höre ich so lange zu, bis ich hinter den Sachfragen die Beziehungsfragen erkenne. Auf dieser Ebene setze ...

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Tanz Jahrbuch 2024
Rubrik: Macht, Seite 86
von Beate Supianek

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