Ina Christel Johannessen «Der Sturm»
Was man an Bühnenbewegung und Ausstattung sofort erkennt, ist keineswegs Shakespeare, sondern die choreografische und bildnerische Verarbeitung einschlägiger Nachrichtenbilder: Ver-Wüstung, plastikverseuchte Meere, Hochwasser, Sturm und die daraus folgende existenzielle Not der davon betroffenen Menschen: Flucht und Vertreibung, euphemistisch als «Migration» auf den Begriff gebracht.
Es ist also der Klimawandel samt seinen verheerenden Folgen, der die norwegische Choreografin Ina Christel Johannessen umtreibt und sie zu missionarischem Eifer beflügelt, der Katastrophe tanzbühnentauglich die Stirn zu bieten, ursprünglich beflügelt vom verworren-verwirrenden Schlussakkord im Schaffen des Elisabethaners, dem Bühnenmärchen «Der Sturm».
Dafür lässt sie im Münchner Gärtnerplatztheater kräftige Winde fahren, um der existenziellen Bedrohung ein Tanz- und Musikdrama entgegenzusetzen, welches speziell einem jungen Publikum vermitteln will: Wir können die Segel hissen und das Ruder noch herumreißen. Kristin Torp hat dafür die Bühne in eine Wüste samt Leuchtturm verwandelt beziehungsweise einen Hafen mit multifunktionalem Metallgerüst und Ladefläche aus weitestgehend recyclebaren Materialien ...
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Tanz 7 2022
Rubrik: Kalender, Seite 40
von Eva-Elisabeth Fischer
Deutschland
Altenburg Theaterzelt Premiere «Erzählte Erinnerungen», Choreografien von Yuri Hamano und Fang Yi Liu mit den Eleven*innen des Thüringer Staatsballetts. 1., 2. Juli «Forever Lennon», Ballett von Silvana Schröder zu Musik von John Lennon und den Beatles. 9., 17. Juli; www.theater-altenburg-gera.de
Berlin
Admiralspalast «Star Dust – From Bach to Bowie»...
Der Tanz inspirierte Mozart. Und Mozart inspirierte wiederum die Choreografen Luca Signoretti und Georg Reischl: In zwei tänzerischen Essays visualisieren sie im Theater Regensburg Mozarts Kompositionsstil und seine Rezeptionswirkung. Das Ergebnis ist mitreißend.
Zu Mozarts Streichquintett Nr. 3 in C-Dur verwandelt Signoretti die Tänzer*innen in Musiknoten. In...
Naharin, Clug und Montero: Bei dieser Mischung kann nichts schief gehen. Der Israeli bedient die Lust am (politisch) Aufrührerischen, der Rumäne den Intellekt und der Spanier die Seele – all das verpackt in einen, wie gewohnt, inbrünstig getanzten Dreiteiler am Staatstheater Nürnberg. Brandneu ist keines dieser Stücke, aber derzeit nirgends sonst in Deutschland zu...
