Ina Christel Johannessen «Der Sturm»

München

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Was man an Bühnenbewegung und Ausstattung sofort erkennt, ist keineswegs Shakespeare, sondern die choreografische und bildnerische Verarbeitung einschlägiger Nachrichtenbilder: Ver-Wüstung, plastikverseuchte Meere, Hochwasser, Sturm und die daraus folgende existenzielle Not der davon betroffenen Menschen: Flucht und Vertreibung, euphemistisch als «Migration» auf den Begriff gebracht.

Es ist also der Klimawandel samt seinen verheerenden Folgen, der die norwegische Choreografin Ina Christel Johannessen umtreibt und sie zu missionarischem Eifer beflügelt, der Katastrophe tanzbühnentauglich die Stirn zu bieten, ursprünglich beflügelt vom verworren-verwirrenden Schlussakkord im Schaffen des Elisabethaners, dem Bühnenmärchen «Der Sturm». 

Dafür lässt sie im Münchner Gärtnerplatztheater kräftige Winde fahren, um der existenziellen Bedrohung ein Tanz- und Musikdrama entgegenzusetzen, welches speziell einem jungen Publikum vermitteln will: Wir können die Segel hissen und das Ruder noch herumreißen. Kristin Torp hat dafür die Bühne in eine Wüste samt Leuchtturm verwandelt beziehungsweise einen Hafen mit multifunktionalem Metallgerüst und Ladefläche aus weitestgehend recyclebaren Materialien ...

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Tanz 7 2022
Rubrik: Kalender, Seite 40
von Eva-Elisabeth Fischer

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