In Scherben
Eric Gauthier hat’s drauf. Egal, mit wem man spricht. Egal, wer von ihm erzählt. Egal, wo er gerade auftritt … im Fernsehen, vor Theater-Publikum, bei einer Diskussion. Man wird es nicht erleben, dass dem Kanadier und Wahl-Stuttgarter die Worte ausgehen. Weil er sich im Zweifelsfall mit seinem zauberhaften Denglisch immer in die nächste Runde rettet: «Tell me – wie heißt das?» Und so hat er auch sein am Stuttgarter Theaterhaus ansässiges Ensemble inzwischen auf eine Größe gebracht, der sich die Politik verpflichtet fühlt.
Man kann Gauthier Dance nicht mehr übersehen, nicht mehr wegdenken, nicht mehr ignorieren. Was Wunder, dass zur jüngsten Premiere «Elements» die Reihe 1 mit allerlei Honoratior*innen, Politiker*innen, Stiftungsvorständen bestückt war. Not bad, really. Seit Jahresanfang kriegt die Kompanie mehr Geld, und das hat sie auch verdient. Den anreisenden Choreograf*innen freilich kann sie keine Honorare ausschütten, wie sie andernorts geboten werden. Und trotzdem landen konstant Vertreter*innen des High-End-Tanzmarktes im Theaterhaus auf dem Stuttgarter Pragsattel an – weil Gauthier schlicht ein begnadeter Netzwerker ist. Dieses Mal mit von der Partie: Sharon Eyal, Andonis ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2024
Rubrik: Produktionen, Seite 9
von Dorion Weickmann
Paris
OLYMPIADE CULTURELLE
Die Sommer-Olympiade in Paris wirft ihre Schatten voraus, schon im Vorfeld lassen sich interessante Ausstellungen begutachten. So beleuchtet das Musée du Luxembourg «Match: Design & sport» und damit auch die Verbindungen zwischen Körper, Bewegung und Kleidung. Das Musée Marmottan Monet nimmt «En Jeu! Les artistes et le sport 1870 – 1930»...
Dieser Premierenabend fühlt sich anders an. Der Blick auf das, was auf der Bühne des Magdeburger Theaters vor sich geht, sucht nach Anhaltspunkten, Spiegelungen, Widerhaken. Nach Indizien, die Verbrechen und Leidenschaft, Machthunger und Tötungsdrang, Vernichtung aller Gegner und Ausbau der Herrschaft mit unserer Wirklichkeit kurzschließen.
Denn von der...
Ist Butoh bald Geschichte? Nach Tatsumi Hijikata, Kazuo Ohno, Ko Murobushi und Carlotta Ikeda ist nun auch Ushio Amagatsu gegangen, der Gründer von Sankai Juku, der Butoh in Europa überhaupt erst populär machte. Seine ausschließlich von Männern interpretierten Stücke waren hier erstmals 1980 auf dem «Festival de Nancy» zu sehen. Die gepuderten, an Seilen...
