Immersiv
Die ansteigenden Meeresspiegel verheißen für die Zukunft Venedigs nichts Gutes. Doch sollte die einstige Serenissima eines Tages in den Fluten versinken, es würde dennoch möglich bleiben, trockenen Fußes im venezianischen Ambiente zu flanieren. Wie das geht? Mit Drohnen, Fotogrammmetrie und daraus entstehenden 3D-Projektionen. Die virtuelle Ausstellung «Venise révélée», die zum Herbst in die Pariser Opéra Bastille montiert wird, verspricht noch weit mehr: nämlich den Blick hinter die Mauern des Dogenpalastes oder des Palazzo Ca’ Rezzonico.
Das wirkt in etwa so, als würden die Architekten von damals uns ihr Projekt mit heutiger Technologie vorstellen. Was transparente Strukturen schafft und die Gemälde von Veronese und Tintoretto im Großen Saal des Dogenpalastes sozusagen von außen sichtbar macht. Die «Enthüllungen» reichen zeitlich bis zum Beginn der Seerepublik, angefangen bei der Lagune, ihren Inseln und deren Zustand, als die Stadt langsam Gestalt annahm. Die Verzahnung von Pfählen und Mauern im schlammigen Untergrund erinnert dabei an einen Bühnenunterbau, das Ausstellungs-Setting an ein Bühnenbild. Venedig ist ein Theater! Zu den angekündigten Entdeckungen gehören zudem ...
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Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Vermessung des Tanzes, Seite 40
von Thomas Hahn
Die Zukunft für ihn hat längst begonnen. Vor gut einem Jahrzehnt gab es noch den Deutschen Tanzpreis «Zukunft», und der wurde 2011 dem «Multitalent Eric Gauthier» verliehen – wie es in der Begründung hieß «für seinen bewundernswerten Mut zur Gründung und Künstlerischen Leitung einer eigenen Kompanie mit aufsehenerregenden und eigenwilligen choreografischen...
Keine Frage: Das Theater bleibt aus Sicht vieler Künstler*innen der ideale Raum und Rahmen für den Tanz. Und trotzdem sind zuletzt zahllose Schauplätze neu entdeckt oder wiederbelebt worden, von der revolutionären Entwicklung digitaler Formen und Formate zu schweigen.
Wir beleuchten diese ästhetischen und kulturellen Metamorphosen und den Wandel, den der Körper –...
Auch wenn die Zeiten akuter Corona-Beschränkungen hoffentlich hinter uns liegen, hat das Virus die tschechische Tanzszene in der vergangenen Saison stark geprägt – und das nicht nur negativ. Die Künstler*innen vermissten zwar den direkten Kontakt mit dem Publikum, konnten aber von einem kostbaren Gut profitieren: Zeit. Diese gab ihnen Gelegenheit, Konzepte zu...
