Immersiv
Die ansteigenden Meeresspiegel verheißen für die Zukunft Venedigs nichts Gutes. Doch sollte die einstige Serenissima eines Tages in den Fluten versinken, es würde dennoch möglich bleiben, trockenen Fußes im venezianischen Ambiente zu flanieren. Wie das geht? Mit Drohnen, Fotogrammmetrie und daraus entstehenden 3D-Projektionen. Die virtuelle Ausstellung «Venise révélée», die zum Herbst in die Pariser Opéra Bastille montiert wird, verspricht noch weit mehr: nämlich den Blick hinter die Mauern des Dogenpalastes oder des Palazzo Ca’ Rezzonico.
Das wirkt in etwa so, als würden die Architekten von damals uns ihr Projekt mit heutiger Technologie vorstellen. Was transparente Strukturen schafft und die Gemälde von Veronese und Tintoretto im Großen Saal des Dogenpalastes sozusagen von außen sichtbar macht. Die «Enthüllungen» reichen zeitlich bis zum Beginn der Seerepublik, angefangen bei der Lagune, ihren Inseln und deren Zustand, als die Stadt langsam Gestalt annahm. Die Verzahnung von Pfählen und Mauern im schlammigen Untergrund erinnert dabei an einen Bühnenunterbau, das Ausstellungs-Setting an ein Bühnenbild. Venedig ist ein Theater! Zu den angekündigten Entdeckungen gehören zudem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Vermessung des Tanzes, Seite 40
von Thomas Hahn
Das Tanzhaus
Wichtiger als die Frage nach dem konkreten Ort von Performances ist es, den Mut aufzubringen, Gefühlsräume zu erschaffen, in denen wir alle träumen, wachsen und uns weiterentwickeln können. Gefühlsräume, an die wir uns zurückerinnern werden. Ich denke, es ist durchaus wichtig, das zu respektieren und wertzuschätzen, was unsere schöne Kunstform bereits...
«Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass sich alles verändert.» Diesen Satz sagt Tancredi in Giuseppe Tomasi di Lampedusas berühmtem Roman «Der Leopard». Trotz des in letzter Zeit entfalteten breiteren Engagements für die Künste und einiger von Kulturminister Dario Franceschini erwirkter Neueröffnungen scheinen gewisse von der...
Alles ist relativ. Das gilt seit Albert Einstein als das ganz große Ding: Wenn sich alles denken lässt und nichts als stabile, reale, die Ewigkeit überdauernde Form vorstellbar ist, dann herrscht … anything goes. Vom Surrealismus über die Visionen des polnischen Schriftstellers Stanislaw Lem bis zu den «unendlichen Welten» der Science-Fiction schien alles machbar …...
