Glanzlichter 2022: Gauthier Dance
Die Zukunft für ihn hat längst begonnen. Vor gut einem Jahrzehnt gab es noch den Deutschen Tanzpreis «Zukunft», und der wurde 2011 dem «Multitalent Eric Gauthier» verliehen – wie es in der Begründung hieß «für seinen bewundernswerten Mut zur Gründung und Künstlerischen Leitung einer eigenen Kompanie mit aufsehenerregenden und eigenwilligen choreografischen Kreationen sowie seinem wunderbaren sozialen Engagement mit seiner Kompanie in Schulen, Altersheimen, Krankenhäusern». Gauthier Dance gibt es am Theaterhaus Stuttgart noch immer.
Allein diese Tatsache ist an und für sich schon bemerkenswert in einer Zeit, in der man sich angesichts politischer Entwicklungen eher genötigt sieht, den Gürtel enger zu schnallen. Und nicht nur das: das akademisch trainierte Ensemble ist im Lauf der Jahre von anfangs sechs auf insgesamt 16 Tänzer und Tänzerinnen angewachsen, weltweit aktiv und zweifellos so etwas wie eine internationale Marke. Seit April wird die «große» Kompanie insofern durch Gauthier Dance Juniors bei ihren vielfältigen Unternehmungen unterstützt, als das kleine, sechsköpfige Nachwuchs-Ensemble unter dem Motto «Moves for Future» vor allem die Verpflichtungen im Rahmen von «Gauthier ...
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Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Die Saison 2021/22, Seite 126
von Hartmut Regitz
«Das hier wird unsere Küche.» Esteban Fourmi schwenkt seinen Laptop, damit die Journalistin in Deutschland das Setting beim Videocall sehen kann. Ein heller Raum zu ebener Erde im Zustand des Um- oder Einbaus. In der Mitte ein Metallgestell mit Platte, darauf weiße Kacheln. «Im Moment baue ich die Küche. Diesen Tisch habe ich mit Rollen gemacht», sagt Fourmi, und...
Vor Jahren lernte ich einen Tischlermeister kennen, er war Leiter des Malersaals im La Jolla Playhouse in San Diego/Kalifornien und hatte die Aufgabe, die Anfertigung der Kulissen für die bevorstehenden Produktionen zu beaufsichtigen. Im Anschluss an eine Erörterung des Spielplans kamen wir auf seine wahre Leidenschaft zu sprechen: den Amerikanischen Bürgerkrieg....
Eine Frau betritt die Bühne. Sonnengelbes, luftiges Kleid. Goldene Pumps. Eine Frau? Stimmt nicht. Eine Transfrau. «Regina Advento», gurrt sie. Und jeder Wuppertal-Liebhaber weiß: stimmt nicht. Das ist nicht Regina Advento. «Erinnern Sie sich, ja?», fragt die noch unbekannte Schöne dann. «Gut. Sehr gut. Und ich, ich heiße Naomi Brito. Ganz einfach: Naomi. Und bitte...
