Im Osten nichts Neues

Seit Februar 2022 herrscht offiziell Funkstille auf der Ost-West-Achse der Ballettwelt. Was sich in Sankt Petersburg, Moskau und andernorts seitdem getan hat, erzählt Leila Guchmazova

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Die russische Geschichte ist in eine neue Phase eingetreten. Auch die Theater: Was in nahezu zwei kompletten Spielzeiten – 2022 bis 2024 – entstanden ist, verblasst angesichts der politischen Ereignisse. Die Intellektuellen, insbesondere diejenigen, die geblieben sind, haben viele offene Fragen. Denn 2023 jährte sich zum 30. Mal die Durchsetzung eines liberalen Reformprogramms und die weitgehende Privatisierung der Wirtschaft in Russland. Auch deren Resultate werfen Fragen auf.

Alle gut Informierten aus der Kulturszene wissen sowieso: Ästhetische Erwägungen werden von politischen Fragen überschattet, ja abgewertet.

Mariinsky-Theater in Sankt Petersburg
Das Saison-Highlight der Spielzeit 2022/23 am Mariinsky-Theater war «Die Tochter des Pharao» (tanz 5/23) – eine entstehungsgeschichtlich hybride Produktion. Begonnen hatte die Rekonstruktion von Petipas 1861 uraufgeführtem, fast vierstündigem Marathon-Ballett Alexei Ratmansky. Der in den USA lebende, zu Kriegsbeginn in Moskau mit einer Bach-Kreation beschäftigte Choreograf reiste unmittelbar nach dem Überfall aus (tanz 4/22), die für Mai 2022 in Sankt Petersburg angesetzte «Tochter des Pharao»-Premiere ließ er sausen. Der ...

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Tanz März 2024
Rubrik: Report, Seite 52
von Leila Guchmazova

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